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Memmingen
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Memmingen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Die frĂŒhere Reichsstadt ist Oberzentrum sowie Schul-, Verwaltungs- und Handelszentrum in der Region Donau-Iller. Das Stadtgebiet grenzt im Westen an die Iller, die hier die Grenze zu Baden-WĂŒrttemberg bildet, und ist nach Norden, Osten und SĂŒden sowie im Westen mit dessen Exklave Buxheim vom Landkreis UnterallgĂ€u umgeben.
Die in Oberschwaben liegende Stadt ist mit 44.192 (Stand: 31. Dezember 2024) die fĂŒnftgröĂte Stadt im Regierungsbezirk Schwaben. Die UrsprĂŒnge der Stadt reichen bis in die Römerzeit. Die Altstadt gehört mit ihren vielen PlĂ€tzen, BĂŒrger- und PatrizierhĂ€usern, PalĂ€sten und der Stadtbefestigung zu den am besten erhaltenen StĂ€dten SĂŒddeutschlands. Durch die gute Verkehrsanbindung auf StraĂe, Schiene und in der Luft ist sie der Verkehrsknoten Oberschwabens, des AllgĂ€us und Mittelschwabens.
Der örtliche Slogan lautet âMemmingen â Stadt mit Perspektivenâ. In neuerer Zeit kommt auch âMemmingen â Stadt der Freiheitsrechteâ auf, was vor allem mit den historischen Zwölf Artikeln und dem Memminger Freiheitspreis 1525 zusammenhĂ€ngt. Alle vier Jahre zu den Wallensteinfestspielen ist auch der Beiname âWallensteins Memmingenâ ĂŒblich.
Contents
âą Geographie
âą Geologie
âą Stadtgliederung
âą Klima
âą Panoramaansicht
âą Geschichte
âą Eingemeindungen
âą Religion
âą Christentum
âą Sonstige
âą Politik
âą Stadtrat
âą Stadthaushalt
âą Bundestagswahlen
âą Theater
âą Museen
âą Musik
âą Filmtheater
âą Bauwerke
âą Preise
âą Parks
⹠Friedhöfe
âą Vereine
âą Sport
âą Schutzgebiete
âą Verkehr
âą Medien
âą Bildung
âą EhrenbĂŒrger
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Radio
âą Fernsehen
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Geographische Lage
Memmingen liegt nahe der bayerischen Westgrenze zu Baden-WĂŒrttemberg an der Iller, etwa 50 Kilometer sĂŒdlich von Ulm und 115 Kilometer sĂŒdwestlich von MĂŒnchen im Memminger Trockental, das dem Iller-Gletscher wĂ€hrend der letzten Eiszeit als Hauptabflussrinne diente. Das Memminger Trockental gehört geographisch zum Bereich Ober- beziehungsweise Mittelschwaben. NatĂŒrlich begrenzt wird das Stadtgebiet im Westen durch die Buxacher Halde, im SĂŒdosten durch das Benninger Ried, im Osten durch die Talflanke, auf der die Gemeinde Memmingerberg liegt. Im Nordosten begrenzt der Ortsteil Eisenburg das Stadtgebiet. Die Frage, ob Memmingen im AllgĂ€u liegt, wird von der Stadtverwaltung aus touristischen GrĂŒnden meist bejaht. Aufgrund der kultur- und bauhistorischen Geschichte ist Memmingen jedoch dem Bereich Oberschwaben zuzurechnen.cite-ref-2[2]
Geologie
Memmingen befindet sich auf einem alten Gletscherplateau. Der Boden ist in der Kernstadt meist sandig, in den Ortsteilen und im Memminger Westen lehmig. An einigen Stellen hat der Gletscher Kies hinterlassen (z. B. auf der Steinheimer Flur). Im Osten ist der Grundwasserspiegel sehr hoch (meist 1,5 bis 2,5 Meter unter der ErdoberflĂ€che); dort entspringen viele kleinere BĂ€che. Die Stadt liegt teilweise auf altem Moorgebiet. Von dort wurden bereits zur Zeit der StadtgrĂŒndung GewĂ€sser gebĂŒndelt und in die Stadt geleitet. Dadurch entstand die Memminger Ach. Das Industriegebiet Nord befindet sich auf einem fruchtbaren, humusreichen Boden und war ehemals die Kornkammer Oberschwabens. Heute werden nur noch Randgebiete in Richtung Heimertingen und Buxheim landwirtschaftlich genutzt. Der Ortsteil Eisenburg liegt auf einer Ansammlung von gröĂeren, durch den Gletscher zusammengedrĂŒckten Steinformationen, die ein eigenes Hochplateau bilden.cite-ref-3[3]
Geografische Daten der Stadt Memmingen:
âą Tiefster Punkt: 561 m ĂŒ. NN (Iller bei Egelsee)
âą Höchster Punkt: 679 m ĂŒ. NN (Wasserspeicher im Eisenburger Wald)
âą Das Ortsmittel betrĂ€gt 595 m ĂŒ. NN (Marktplatz)
Ausdehnung des Stadtgebiets
Das Stadtgebiet Memmingens misst in der gröĂten Nord-SĂŒd-Ausdehnung 14,6 Kilometer, in der Ost-West-Richtung sind es 11,4 Kilometer. Der Umfang der Stadt betrĂ€gt 82,469 Kilometer. Die GesamtflĂ€che betrĂ€gt 70,14 Quadratkilometer, davon sind 3481 Hektar landwirtschaftliche NutzflĂ€che und 1709 Hektar Wald. Die GewĂ€sserflĂ€chen betragen 52, die öffentlichen VerkehrsflĂ€chen 531 und die Erholungs- und GrĂŒnflĂ€chen 70 Hektar.cite-ref-4[4]
Stadtgliederung
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Hauptartikel
:
Liste der Orte in der kreisfreien Stadt Memmingen
Stadtviertel und Ortsteile: Memmingen, Altstadt, Amendingen, AumĂŒhle, Baltensiedlung, Baumsiedlung, Berliner Freiheit, Bleiche, Blumensiedlung, Brunnen, Buxach, BuxachermĂŒhle, Buxachtal, Dichterviertel, Dickenreishausen, Dobelhalde, Egelsee, Eisenburg, Ferthofen, Galgenberg, Galgenberghalde, GrĂŒnenfurt, Hart, Hitzenhofen, HĂŒhnerberg, Illerfeld, Illerfeld, Im Dickenreis, KĂ€lberhalde, Kalkerfeld, KĂŒnersberg, KĂŒnstlerviertel, Mitteresch, Musikerviertel, Neue Welt, Oberesch, ĂlmĂŒhle, Priemen, Pulverbauer, Römersiedlung, Schnaid, SpitalmĂŒhle, StadelesmĂŒhle, SteigmĂŒhle, Steinheim, StraĂbauer, StraĂbauerhölzl, Teichgarten, Unteresch, Unterhart, Volkratshofen, Wegmann und WeidenbĂŒhl.cite-ref-5[5]
Es existieren die Gemarkungen Memmingen, Amendingen, Buxach, Dickenreishausen, Eisenburg, Ferthofen, Steinheim und Volkratshofen.cite-ref-6[6]
Klima
Memmingen liegt mit der Jahresdurchschnittstemperatur und der Niederschlagsmenge in der gemĂ€Ăigten Zone. Der Niederschlag ist meist etwas höher und die Tiefsttemperaturen etwas niedriger als der Durchschnitt. Im FrĂŒhjahr und Herbst ist durch die nahe Iller und die durch die Stadt flieĂende Memminger Ach dichter Nebel in der Altstadt und den westlichen Ortsteilen recht hĂ€ufig. Der kĂ€lteste Monat ist der Januar mit einer durchschnittlichen Tagestiefsttemperatur von â5 °C und einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von +2 °C. Die wĂ€rmsten Monate sind Juli und August mit je 12 °C durchschnittlicher Tiefsttemperatur und 24 °C durchschnittlicher Höchsttemperatur.
AusfĂŒhrliche Klimadiagramme
Panoramaansicht
Geschichte
Geschichte der Stadt Memmingen
â
Hauptartikel
:
Geschichte der Stadt Memmingen
Die erste Besiedlung bereits in der Steinzeit ist durch Funde an der Iller bei Ferthofen belegt.cite-ref-7[7] Erste Baufunde stammen aus der Römerzeit. Vermutlich befand sich dort ein kleiner Wacht- und Siedlungsposten. HierfĂŒr kommen zwei Namen, Cassiliacumcite-ref-8[8] oder Viaca, in Betracht. Reste der Siedlung befinden sich unter der St.-Martins-Kirche und dem Antoniterkloster. Ob nach Abzug der Römer ein neuer Herr die Siedlung ĂŒbernahm, ist nicht feststellbar. Da der Einflussbereich des Klosters St. Gallen kurz vor Memmingen endete, mĂŒssen vor allem im Kloster Augsburg Unterlagen ĂŒber die Fluren vorhanden gewesen sein. Durch die mehrmalige Zerstörung der Augsburger Bibliothek gingen Dokumente verloren. Aufgrund der Endung -ingen kann allerdings von einer Namensgebung um das 4. und 5. Jahrhundert ausgegangen werden. Ziemlich sicher ist, dass im 5. Jahrhundert eine alemannische Siedlung gegrĂŒndet wurde. Ab dem 7. Jahrhundert wird ein frĂ€nkischer Königshof vermutet. Damals könnte eine erste Kirche erbaut worden sein. Unter der Frauenkirche befinden sich Reste romanischen beziehungsweise frĂŒhromanischen Baustils. Der Name Memmingen ist vermutlich auf einen Königshof bei der Siedlung des Mammo zurĂŒckzufĂŒhren. Im Laufe der Zeit verschwand die Siedlung und nur der Name blieb erhalten.
Durch die SalzstraĂe von Böhmen, Ăsterreich und MĂŒnchen nach Lindau und die StraĂe von Norddeutschland in die Schweiz und nach Italien erlangte der Handelsposten zunehmende Bedeutung. Erstmals erwĂ€hnt wurde der Ort Mammingin im Jahre 1128 in einer im Kloster Ochsenhausen verfassten Urkunde, in der die Verhandlung eines Streitfalles und ein Landtag von 1099 erwĂ€hnt werden. Daraus ist zu schlieĂen, dass Memmingen fĂŒr die Welfen bereits ein bedeutender Ort war, da Landtage nur in machtpolitischen Zentren stattfanden. Der Ort Memmingen ist relativ schnell zur Stadt herangewachsen. Verschiedene Funde bei Ausgrabungen 1991 im Bereich des Antoniterklosters und des Marktplatzes belegen, dass die Besiedelung im 9. Jahrhundert noch relativ klein war. Im 11. und 12. Jahrhundert ist allerdings ein hohes Bevölkerungswachstum erkennbar. Der andauernde Streit mit den Welfen veranlasste 1130 den Staufer Friedrich von Schwaben, neben Memmingen auch Ravensburg und Altdorf (heute Weingarten) zu zerstören. Memmingen brannte damals bis auf die Grundmauern ab. Noch heute zeugen Aschespuren im Boden von diesem Ereignis. 1142 siegelte Heinrich der Löwe in der Villa nostra Maemingen. Im Februar 1151 trafen sich in der Stadt Heinrich der Löwe, Welf VI., der Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben, Graf Adolf II., Graf Gottfried von Ronsberg sowie mehrere staufische und welfische Ministeriale, um einen Kompromiss im Streit zwischen den Welfen und den Staufern zu finden. Dies zeigt, welch hohen Rang der Ort bereits zu dieser Zeit gehabt haben muss.
Im Jahr 1158 wurde Memmingen durch Herzog Welf VI. zur Stadt erhoben. Nach dessen Tod ging 1191 die Stadt an den Staufer Konrad, den Bruder Kaiser Heinrichs VI. Der letzte Staufer, Konradin von Hohenstaufen, starb 1268 in Neapel. Damit fiel die Stadt an das Reich zurĂŒck, wurde 1286 durch den römisch-deutschen König Rudolf I. von Habsburg zur Freien Reichsstadt erklĂ€rt und damit direkt dem deutschen König unterstellt. Sie erhielt die königliche BestĂ€tigung des tradierten Stadtrechts und wurde mit Ăberlinger Recht ausgestattet. Zehn Jahre spĂ€ter erhielt Memmingen zusĂ€tzlich das Ulmer Recht. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert war die BlĂŒtezeit der Reichsstadt. Dies zeigte sich vor allem in der regen BautĂ€tigkeit, im Handel und im AufblĂŒhen der Kultur.
1445 wurde die Stadt letztmals mit einem MauergĂŒrtel, dem Ulmer Tor und vier neuen TĂŒrmen erweitert. 1478 errichtete Peter Fort eine PapiermĂŒhle. 1480 eröffnete Albrecht Kunne aus Duderstadt ein Druck-Offizin, das bis 1520 rund 200 verschiedene Drucke veröffentlichte. Unter anderem wurde dort 1519 America als Bezeichnung des neuen Kontinents verwendet. Es ist einer der frĂŒhesten Belege fĂŒr diesen Namen, der 1507 von dem Kartografen Martin WaldseemĂŒller erstmals verwendet worden war (Jacob Stoppls Repertorium in formam alphabeticam âŠ).cite-ref-9[9]
Im 15. und 16. Jahrhundert besuchte Kaiser Maximilian I. die Stadt insgesamt dreizehn Mal. Er nannte sie seine Ruh- und Schlafzell. Den wohl gröĂten KĂŒnstler der Stadt, Bernhard Strigel, ernannte er zu seinem Haus- und Hofmaler, der ihn erstmals 1504 portrĂ€tierte. Zu dieser Zeit entstand das ChorgestĂŒhl in St. Martin, das zu den bedeutendsten Deutschlands zĂ€hlt. Der groĂen HandelstĂ€tigkeit der Patrizierfamilien der Stadt ist es zu verdanken, dass sie zu Reichtum kam. Bereits 1505â1506 unternahm die GroĂe Deutsche Kompagnie die erste Handelsfahrt von Portugal nach Indien. Die Vöhlin aus Memmingen, neben den Welsern aus Augsburg die zweiten Teilhaber der Kompagnie, finanzierten zwei Schiffe dieser Kompanie.
Ab 1513 wurde in Memmingen die Reformation in Kirchenfragen eingefĂŒhrt. AnfĂ€nglich war sie eine vom Volk ausgehende Bewegung. Nach der Memminger Disputation von 1525 gewann diese an Fahrt. Die Bevölkerung Memmingens verbĂŒndete sich im Bauernkrieg mit den aufstĂ€ndischen Bauern. Die oberschwĂ€bischen Bauernhaufen hielten ihre Versammlung in Memmingen ab und grĂŒndeten dort ihre Christliche Vereinigung. Im Februar/MĂ€rz 1525 wurden die Zwölf Artikel verfasst, deren Urheberschaft gewöhnlich Sebastian Lotzer und Christoph Schappeler, einem KĂŒrschnergesellen und einem PrĂ€dikanten in Memmingen, zugesprochen wurde. Nach einer Definition von Peter Blickle, die er erstmals 1974 veröffentlichte, waren die Zwölf Artikel âBeschwerdeschrift, Reformprogramm und politisches Manifestâcite-ref-10[10] zugleich. Die Aktion der Bauern war nach ihm die erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden.cite-ref-11[11] Blickle machte sich weiter eine Aussage des ehemaligen BundesprĂ€sidenten Johannes Rau zu eigen, in der er die Zwölf Artikel âim Kern die Ăberzeugung von der UniversalitĂ€t der Menschenrechteâ nannte. âMit dieser Ăberzeugung weisen sie weit ĂŒber ihre Zeit hinaus. Als die MĂŒtter und VĂ€ter den Artikel 1 des Grundgesetzes formuliert haben â «Die WĂŒrde des Menschen ist unantastbar» â, war das auch ein fernes Echo der Bauernartikel.âcite-ref-12[12]cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Als zweites, nicht minder wichtiges Dokument gilt die Bundesordnung.cite-ref-sa-mem-de-918-15-0[15] Die Zusammenkunft aufgrund dieser Vereinbarung gilt als die erste verfassungsgebende Versammlung auf deutschem Boden.cite-ref-16[16] Auch dadurch hielt die Reformation recht frĂŒh Einzug in der Stadt.
Der Konstanzer Reformator Ambrosius Blarer wirkte hier, und von St. Martin wurde die neue Lehre in die umliegenden StĂ€dte getragen. Memmingen bildete damit das religiöse Zentrum Oberschwabens, Mittelschwabens und des AllgĂ€us. Dadurch gehörte die Stadt im Jahr 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) auf dem Reichstag zu Speyer. Ihre BĂŒrgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens. BĂŒrgermeister Melchior Stebenhaber von Hetzlinshofen (1536â1585) unterzeichnete 1579 fĂŒr den Rat der Stadt Memmingen die lutherische Konkordienformel von 1577.cite-ref-17[17]
Siehe auch
:
Reformation in Memmingen
1630 rĂŒckte die Stadt wieder in den Blickpunkt der europĂ€ischen Politik, als der Generalissimus Wallenstein im DreiĂigjĂ€hrigen Krieg in die Stadt einzog und dort fĂŒr einige Wochen Ruhe in den Wirren der Zeit durchsetzte. In der Stadtchronik heiĂt es: âEs hat GlĂŒck und Heyl gewest!â.cite-ref-18[18] Dort wurde er als Oberbefehlshaber der Kaiserlichen abgesetzt. Der Schwedenkönig Gustav Adolf weilte 1632 in der Reichsstadt. Drei Jahre spĂ€ter wurde die Stadt von den kaiserlichen Truppen belagert und eingenommen. Danach verblieb lange eine kurbayerische Besatzung in Memmingen, bis KurfĂŒrst Maximilian I. die Stadt Anfang 1647 trotz ihrer Stellung als Reichsstadt im Waffenstillstand von Ulm an schwedische Truppen ĂŒbergab. Nach AufkĂŒndigung des Waffenstillstands im September belagerten bayerische und kaiserliche Truppen unter Adrian von Enkevort Memmingen und zwangen die schwedische Garnison Ende November zur Kapitulation. Durch Kanonen- und Mörserbeschuss wurden das Lindauer Tor und einige WohnhĂ€user zerstört sowie viele DĂ€cher beschĂ€digt. Der bayerische Generalwachtmeister Johann von Winterscheidt wurde letzter Stadtkommandant; seine Truppen blieben ĂŒber den WestfĂ€lischen Frieden hinaus und wurden erst am 5. Oktober 1649 aufgelöst.cite-ref-19[19]
Erneut fĂŒr kurze Zeit bayerisch wurde Memmingen 1702, nachdem bayerische Truppen die Stadt nach einer Belagerung eroberten. Im Rahmen der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss fiel die Stadt 1803 an das KurfĂŒrstentum Bayern. 1805 wurde sie durch französische Truppen letztmals belagert und eingenommen. Zu dieser Zeit war Memmingen bekannt fĂŒr sein Kunsthandwerk. So lieĂ sich beispielsweise der letzte russische Zar in Memmingen das noch heute erhaltene schmiedeeiserne Eingangstor fĂŒr seine Residenz in Sankt Petersburg fertigen.
Aus dem KurfĂŒrstentum Bayern entstand 1806 das Königreich Bayern. Mit der Zugehörigkeit zum Königreich Bayern verlor die Reichsstadt das vom römisch-deutschen König Albrecht II. von Habsburg 1438 verliehene Privileg der Blutgerichtsbarkeit. Am 7. Juni 1834 fand vor 20.000 Schaulustigen in Memmingen die letzte öffentliche Exekution statt. Es war die Giftmörderin Ursula BrandmĂŒller aus Dickenreishausen.
Im 19. Jahrhundert war ein langsamer wirtschaftlicher Niedergang zu beobachten, der sich erst 1862 mit dem stĂ€dtischen Bau der Bahnstrecke Neu-UlmâKempten verlangsamte. Diese fĂŒhrte zu einer neuen wirtschaftlichen BlĂŒte. In den Jahren 1927â1929 wurde der gröĂte Kirchenbau zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland in Memmingen errichtet (St. Josef). BĂŒrgermeister Berndl blieb wĂ€hrend der nationalsozialistischen Zeit im Amt. Wie in fast allen deutschen StĂ€dten wurde Adolf Hitler die EhrenbĂŒrgerschaft der Stadt verliehen und ein Platz nach ihm benannt. Die 1909 eingeweihte Memminger Synagoge am Schweizerberg wurde in den Novemberpogromen 1938 zerstört, die jĂŒdischen BĂŒrger wurden aus Deutschland deportiert und die meisten davon in den Vernichtungslagern ermordet. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs fĂŒr die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933â1945) verzeichnet namentlich 58 jĂŒdische Einwohner Memmingens, die deportiert und gröĂtenteils ermordet wurden.cite-ref-20[20] Heute erinnert ein Gedenkstein am Platz der frĂŒheren Synagoge an sie. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs blieb Memmingen nicht von Luftangriffen der Alliierten verschont; Grund dafĂŒr war der Fliegerhorst Memmingerberg der Luftwaffe. Bei zwei Bombenangriffen wurde fast die gesamte sĂŒdliche Altstadt, das Gerberviertel, dem Erdboden gleichgemacht. Insgesamt wurden ĂŒber 30 Prozent der Wohnbebauung zerstört, darunter GebĂ€ude wie das SiebendĂ€cherhaus, das jedoch sofort abgestĂŒtzt und so vor der völligen Zerstörung bewahrt wurde. Auch das Bahnhofsviertel wurde zerstört. So kam Memmingen zu seinem dritten Bahnhofsbau, der bis zum Ende des 20. Jahrhunderts stand. Im Lager fĂŒr Kriegsgefangene Stalag VII B am HĂŒhnerberg waren ĂŒber 1250 Menschen untergebracht, teilweise auch in Turnhallen, da das Lager ĂŒberfĂŒllt war.cite-ref-21[21] OberbĂŒrgermeister Berndl ĂŒbergab die Stadt widerstandslos den alliierten StreitkrĂ€ften.cite-ref-22[22]
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Memmingen eine prosperierende Stadt, deren Wirtschaftswachstum ĂŒber dem bayerischen Durchschnitt liegt. Am 8. September 1952 besuchte BundesprĂ€sident Theodor Heuss die Stadt und besichtigte die St.-Martins-Kirche. Im Jahre 1972cite-ref-23[23] wurde in Memmingen als bisher einziges Mal eine BundesstraĂe als FuĂgĂ€ngerzone ausgewiesen.
In den 1980er Jahren erlangte Memmingen durch den gröĂten Abtreibungsprozess in der Rechtsgeschichte der Bundesrepublik gegen einen örtlichen GynĂ€kologen BerĂŒhmtheit. Durch den Kreuzzug von Memmingen â auch als Die Hexenprozesse von Memmingen (Der Spiegel) bezeichnet â geriet die Stadt in den Blickpunkt der bundesdeutschen Ăffentlichkeit.
1993 wurde die Stadt zum Oberzentrum aufgestuft. 2000 fanden einige GroĂereignisse in Memmingen statt: die bis dahin erfolgreichste Landesgartenschau, die 475-Jahr-Feier der VerkĂŒndigung der zwölf Bauernartikelcite-ref-sa-mem-de-918-15-1[15] und die Wallensteinfestspiele. 2001 wurde der neue Bahnhof eingeweiht. Die Deutsche Bahn AG erprobte eine neuartige Modulbauweise, die relativ hohe Kosten verursachte. 2004 erhielt die Stadt den Bayerischen QualitĂ€tspreis als wirtschaftsfreundlichste Gemeinde Bayerns.cite-ref-24[24] Im Jahr 2005 verlieh die Stadt erstmals den Memminger Freiheitspreis 1525.cite-ref-25[25] Der damalige BundestagsprĂ€sident Wolfgang Thierse ĂŒberreichte ihn Gyula Horn. In diesem Jahr fand auch die erste BlindenstadtfĂŒhrung in Deutschland statt. An Miniaturausfertigungen vieler stĂ€dtischer GebĂ€ude konnten sich auch Blinde Form und Aussehen vorstellen. 2007 startete der Linienflugverkehr auf dem Flughafen Memmingen (AllgĂ€u Airport), der auf dem Gebiet der Gemeinden Memmingerberg, Benningen und Hawangen liegt. Im November 2009 wurden die Bauarbeiten an der A 96 abgeschlossen; seither ist sie von MĂŒnchen durchgehend bis Lindau befahrbar.
Am 20. MĂ€rz 2009 besuchte BundesprĂ€sident Horst Köhler zusammen mit seiner Frau Eva Luise Köhler die Stadt. Der Besuch fand anlĂ€sslich der Verleihung des zweiten Memminger Freiheitspreises 1525 in der St. Martinskirche an den Schriftsteller Reiner Kunze statt. Am 11. April 2009 wurde die Stadthymne Memmingen blĂŒht auf dem Theaterplatz vorgestellt.cite-ref-bk-mm-de-musik-26-0[26] Der Finanzierungsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz fĂŒr die Elektrifizierung der Bahnstrecke GeltendorfâMemmingenâLindau wurde am 17. April 2009 im Memminger Rathaus vom Direktor des Schweizer Bundesamtes fĂŒr Verkehr, Max Friedli und Klaus-Dieter Josel, DB-KonzernbevollmĂ€chtigter fĂŒr den Freistaat Bayern, unterzeichnet.cite-ref-27[27]cite-ref-bis-2015-elektrifiziert-28-0[28] Am 14. August 2010 war Memmingen als Beispiel der deutschen BewĂ€ltigung der Finanzkrise in der New York Times als Thema abgedruckt.cite-ref-29[29] Der schwedische Möbelriese Ikea beabsichtigte, am Autobahnkreuz ein Möbelhaus mit einem angrenzenden Einzelhandelszentrum zu bauen. Durch massive WiderstĂ€nde des Stadtrates kam es zu Verzögerungen. Nach dem Tod des GrĂŒnders Ingvar Kamprad und der strategischen Neuausrichtung im Expansionsbereich von Ikea durch die Erben hatten die Verzögerungen zur Folge, dass das Möbelhaus wie manch andere in der Welt auch nicht realisiert wurde.cite-ref-30[30]
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform wurden am 1. Juli 1972 die Stadtrandgemeinden Amendingen (3809 Einwohner) und Buxach mit Hart (648 Einwohner) eingegliedert.cite-ref-31[31] Am 1. Juli 1976 folgten Eisenburg (1448 Einwohner), Dickenreishausen (991 Einwohner) und Steinheim (3098 Einwohner). Zuletzt wurde am 1. Mai 1978 Volkratshofen mit Ferthofen (1317 Einwohner) nach Memmingen eingegliedert.cite-ref-32[32]
Einwohnerentwicklung
Seit dem 19. Jahrhundert ist die Einwohnerzahl gewachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ĂŒber 10.000 FlĂŒchtlinge der ehemaligen deutschen Ostgebiete nach Memmingen umgesiedelt. Ein weiterer auĂergewöhnlicher Wachstumsschub war 1972 zu verzeichnen, als sich im Rahmen der Gebietsreform das Stadtgebiet mehr als verdoppelte. Seit 1990 hat die Bevölkerung um circa 4,5 Prozent zugenommen. Im November 2016 wurde erstmals die Marke von 43.000 Einwohnern ĂŒberschritten.cite-ref-34[34]
18,2 % der Bevölkerung waren am 31. Dezember 2006 unter 18 Jahren, weitere 60,5 % verteilten sich auf die 18- bis 65-JĂ€hrigen. Die ĂŒber 65-jĂ€hrigen Menschen machten weitere 21,3 % der Bevölkerung aus. 48,24 % der Bevölkerung sind mĂ€nnlichen, 51,76 % weiblichen Geschlechts.cite-ref-35[35] Der AuslĂ€nderanteil der Stadt lag 2016 bei 16,8 %cite-ref-homepage-mm-36-0[36] (2013: 13,33 %).cite-ref-flyer-4-2014-37-0[37] Nach der Prognos-Studie im November 2010 hatte die Stadt eine ĂŒberdurchschnittlich hohe Geburtenrate und belegte in dieser Kategorie bundesweit den achten Platz.cite-ref-38[38]
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die kreisfreie Stadt von 37.942 auf 43.837 um 5.895 Einwohner bzw. um 15,5 %.
Die Stadt Memmingen beheimatet ĂŒber 500 christliche AramĂ€ercite-ref-39[39] aus Mesopotamien. Die AramĂ€er in Memmingen stammen mehrheitlich aus dem Tur-Abdin und gehören der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien an.cite-ref-40[40]
| Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] | Einwohnerentwicklung der Stadt Memmingen [ 41 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | | Jahr | Einwohner | | Jahr | Einwohner | | Jahr | Einwohner |
| 15. Jh. | 5.000* | | 1961 | 34.549 | | 2010 | 41.025 | | 2024 | 44.192 |
| 16. Jh. | 6.000* [ 42 ] | | 1970 | 38.623 | | 2011 | 41.242 | | | |
| 1840 | 9.044 | | 1987 | 38.127 | | 2012 | 41.551 | | | |
| 1871 | 9.482 | | 2005 | 41.107 | | 2013 | 41.772 | | | |
| 1900 | 13.459 | | 2006 | 41.111 | | 2014 | 42.201 | | | |
| 1925 | 16.958 | | 2007 | 41.021 | | 2015 | 42.841 | | | |
| 1939 | 19.532 | | 2008 | 41.050 | | 2016 | 43.023 [ 36 ] | | | |
| 1950 | 30.048 | | 2009 | 41.085 | | 2017 | 43.470 | | | |
* SchÀtzung
Dialekt und Sprachgebrauch
Der Memminger Dialekt unterscheidet sich sowohl vom AllgĂ€uerischen als auch vom wĂŒrttembergischen OberschwĂ€bischen. Aufgrund der Zugehörigkeit zu Oberschwaben Ă€hnelt er eher den im mittleren und unteren Illertal (z. B. der StĂ€dte Illertissen und Ulm) gesprochenen Dialekten.
Als Beispiel fĂŒr den Dialekt rund um Memmingen folgende Verse:cite-ref-43[43]
| Dialekt | Hochdeutsch |
|---|---|
| Dr Fischrdag gaut mit em Mau, durch alle Generationa, ond sott ehm je a Feind entschtau, dau schiaĂ mer mit Kanona! | Der Fischertag geht mit dem Mond, durch alle Generationen, und sollte ihm je ein Feind entstehen dann schieĂen wir mit Kanonen! |
| Dr âHoha Wachtâ em SĂŒdschtadteck, reiĂt ma jetzt bald Garascha weg, dia sent ja wirklich grad koi Schmuck. Ettle sent scho arg vrkomma, dank am Raut der sich agnomma, dr Maur geit ihr WĂŒrde zruck. | Der âHohen Wachtâ am SĂŒdstadteck, reiĂt man jetzt bald die Garagen weg, diese sind ja wirklich gerade kein Schmuck. Viele sind schon sehr verkommen, dank dem Rat (Stadtrat) der sich angenommen, der Mauer wird die WĂŒrde zurĂŒckgegeben. |
Es wird hĂ€ufig einfach vor die Ortschaft ein z gesprochen (z. B. i fahr heit no zâMemminga nei = Ich fahre heute noch nach Memmingen). Anstatt eines es wird auch hĂ€ufig ein s gesprochen (z. B. geitâs sofort oin = gibt es sofort einen). Das s innerhalb der Wörter wird oft als sch ausgesprochen (z. B. Augsburg = Augschburg, Die Maske = DâMaschke). Wie jedoch in ganz Deutschland zu erkennen ist, wird der Dialekt immer mehr durch das Hochdeutsch verdrĂ€ngt oder durch andere DialekteinflĂŒsse verĂ€ndert.
Sagen und Legenden
â
Hauptartikel
:
Memminger Sagen
Die bekannteste Memminger Sage handelt vom Memminger Mau. Von ihr hat auch die Stadt ihren Spitznamen als Maustadt.
âGingen einstmals in klarer Vollmondnacht ein paar Memminger aus dem Goldenen Löwen heimwĂ€rts. Auf einmal sahen sie, wie sich der Mond, hierorts Mau genannt, in einem der groĂen Zuber spiegelte, die unter den Dachtraufen der HĂ€user zu Feuerlöschzwecken standen. Da kam einem plötzlich der geniale Gedanke, den Mond doch gleich herauszufischen, damit die Stadt zu beliebiger Zeit ĂŒber sein Licht verfĂŒgen könne. Schnell war der Stadtfischer geholt, der rĂŒckte mit Netzen aller Art und seinen Knechten an und begann sein Werk. Von den Fenstern ringsum schauten die aufgeschreckten BĂŒrger herunter, was sich da unten abspielte, und selbst aus den Nebengassen kamen sie hergelaufen, aberâŠâ
Die Geschichte endet hiermit. Eine nahe Verwandtschaft mit den SchildbĂŒrgern kann erkannt werden.
Eine weitere Anekdote mit dem Mau wird gerne erzĂ€hlt, um die hinterwĂ€ldlerischen KleinstĂ€dter des ausgehenden 18. Jahrhunderts darzustellen. Eines Tages kam eine junge Memminger Magd nach Lindau. Als sie spĂ€t abends den Mau scheinen sah, sagte sie: âJa, dr Memminger Mau, scheint dr zâLindau au?â
Eine relativ neue Geschichte gibt es seit der ersten Mondlandung. Der damalige OberbĂŒrgermeister Johannes Bauer schickte nach der ersten erfolgreichen Mondlandung scherzhalber der NASA einen Brief, in dem er bemĂ€ngelte, dass man die Memminger ruhig erst hĂ€tte fragen können, ob man auf IHREM Mau herumspazieren dĂŒrfe. Die NASA antwortete prompt mit der Bitte um nachtrĂ€gliche Erlaubnis. Es wurde Mondgestein versprochen, von dem allerdings bis heute nichts angekommen ist.cite-ref-44[44]
Keine Legende ist, dass der Mondkrater Walther nach dem Memminger Astronomen Bernhard Walther (* ca. 1430 in Memmingen) benannt wurde.
Einer der Sieben Schwaben, der Spiegelschwab, kam der Legende nach aus Memmingen. Dieser putzte seine Nase mit seinem Ărmel so lange, bis daraus eine glatte, spiegelnde FlĂ€che entstand.cite-ref-45[45]
Religion
Siehe auch
:
Kirchen in Memmingen
Konfessionsstatistik
Laut dem Zensus 2011 waren 42,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 27,2 % evangelisch; und 30,8 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft oder keiner an oder machten keine Angabe.cite-ref-46[46] Jahresende 2023 gehörten noch 30,3 % der 45.919 Einwohner der katholischen Kirche an und 19,3 % der evangelischen. 50,4 % gehörten entweder einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an.cite-ref-47[47]
Christentum
Bis zur Reformation, die in der Region von Memmingen ausging und sich nach Oberschwaben und im AllgĂ€u ausbreitete, war Memmingen römisch-katholisch. Die Reformation wurde zunĂ€chst von Christoph Schappeler nach zwinglischem Vorbild durchgefĂŒhrt. Diese Glaubensrichtung war allerdings politisch im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation nicht durchsetzbar. Die Stadt Memmingen schloss sich auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 nicht dem evangelisch-lutherischen Augsburgischen Bekenntnis (Confessio Augustana) an, sondern formulierte zusammen mit drei anderen oberdeutschen freien ReichsstĂ€dten (StraĂburg, Konstanz und Lindau) eine eigene evangelische Bekenntnisschrift, das âVierstĂ€dtebekenntnisâ (Confessio Tetrapolitana). Erst nach dem Tod Zwinglis 1531 entschloss sich der Rat der Stadt, die lutherische Lehre einzufĂŒhren. Ab diesem Zeitpunkt waren mit Ausnahme der OrdensbrĂŒder der noch verbliebenen drei Klöster der Stadt und einiger weniger aus der Bevölkerung alle evangelisch. Memmingen bildete das Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirche Oberschwabens und des AllgĂ€us. Auch eine jĂŒdische Gemeinde hielt sich in der Stadt. Bis Memmingen 1802 bayerisch wurde, hatte die katholische Gemeinde fast keine AnhĂ€nger. Den katholischen Stadtbewohnern wurden die BĂŒrgerrechte nicht zugestanden, sie durften nicht wĂ€hlen, keiner Zunft angehören und keine öffentlichen Ămter bekleiden. Den Klöstern wurden 1530 teilweise die LĂ€ndereien im Umland weggenommen, die Mönche vertrieben. Das Kloster Buxheim wurde Reichskartause und damit der Stadt entzogen. Die Kirche Unser Frauen wurde ab 1530 als Simultankirche genutzt.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde die römisch-katholische Kirche wieder in Memmingen tĂ€tig. Bis dahin gab es nur eine römisch-katholische Gemeinde in der Stadt, die sich das KirchgebĂ€ude mit den Mönchen des Augustinerordens teilte. Durch den Zuzug von Vertriebenen aus den deutschsprachigen Gebieten Mittel- und Osteuropas (v. a. aus dem Sudetenland) nach dem Zweiten Weltkrieg und spĂ€ter aus dem katholischen Umland bildeten sich neue Gemeinden. Waren bis zum Zweiten Weltkrieg noch etwa 98 % der BĂŒrger evangelisch-lutherisch, zeigt sich heute ein ganz anderes Bild. Im Jahr 2014 gehörten 25,6 % der Stadtbevölkerung der evangelischen, 39,5 % der römisch-katholischen Kirche und 34,9 % einer anderen oder keiner Konfession bzw. Religion an.cite-ref-48[48] Ende 2017 waren von 43.192 Einwohnern 16.082 katholisch (37,2 %; 227 weniger als im Vorjahr), 10.196 evangelisch (23,6 %; â208) und 16.914 Sonstige (39,2 %; +604).cite-ref-49[49] Am 30. September 2016 wurde Memmingen (als 70. Stadt) der Ehrentitel âReformationsstadt Europasâ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.cite-ref-reformation-50-0[50]
Die evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche St. Martin mit der Kinderlehrkirche bildet das evangelische Zentrum der Stadt. In der Altstadt gibt es neben der Martinskirche die evangelisch-lutherische Kirche Unser Frauen, die Versöhnungskirche im Westen, die Christuskirche im Osten, die Dreieinigkeitskirche im Ortsteil Buxach, die St.-Martins-Kirche im Ortsteil Steinheim, die St. Agatha-Kirche in Dickenreishausen und weitere Kirchen in den Ortsteilen Ferthofen und Volkratshofen.
Heute gibt es in Memmingen auch mehrere römisch-katholische Kirchen. Die Stadtpfarrkirche ist St. Josef. Daneben gibt es im Stadtgebiet die Kirchen St. Johann Baptist, Christi Auferstehung im Westen, MariÀ Himmelfahrt im Osten, St. Ulrich im Ortsteil Amendingen und St. Nepomuk im Ortsteil Eisenburg. Die ehemals zu Buxheim gehörende Kirchengemeinde Amendingen wurde nach der SÀkularisation zur selbstÀndigen Gemeinde erhoben. Heute gehören die Pfarreien Eisenburg und Trunkelsberg ebenfalls zum ZustÀndigkeitsbereich des Pfarrers in Amendingen. Im Memminger Norden gibt es die St. Josephs-Kirche der Priesterbruderschaft St. Pius X.
In der Friedenskirche am HĂŒhnerberg versammelt sich eine freikirchliche Gemeinde, die 1997 aus einer Vereinigung einer Pfingstgemeinde und der Apostolischen Kirche â Urchristliche Gemeinde mit einer Baptistengemeinde, die ursprĂŒnglich zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehörte, hervorgegangen ist, heute jedoch keinem ĂŒberörtlichen Zusammenschluss einer der beiden Bewegungen angehört.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]
Auch die altkonfessionelle MatthÀusgemeinde in der SelbstÀndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat in der Stadt ein eigenes KirchengebÀude.
Die Neuapostolische Kirche befindet sich in der ZeppelinstraĂe, der Königreichssaal der Zeugen Jehovas im Osten der Stadt.cite-ref-53[53]
Sonstige
Die Synagoge am Schweizerberg der ehemaligen JĂŒdischen Gemeinde Memmingen wurde in der Pogromnacht zerstört.cite-ref-54[54] Die Fatih-Moschee (deutsch: Eroberer-Moschee) des eingetragenen Vereins TĂŒrkisch islamische Gemeinde Memmingen e. V. befindet sich in zentraler Lage der Stadt in der SchlachthofstraĂe. Die Namensgebung war in der Bevölkerung nicht unumstritten.cite-ref-55[55]
Die Anzahl der Muslime wird (Stand Ende 2024) geschÀtzt auf 5000 bis 6000 (11 % bis 13 % der Gesamtbevölkerung).cite-ref-56[56]
Politik
Die Stadtpolitik wird im Stadtrat ĂŒberwiegend im Konsens der gröĂeren Fraktionen gestaltet.
Harte Auseinandersetzungen gab es 2005 bei der Abstimmung ĂŒber eine finanzielle Beteiligung der Stadt an der AllgĂ€u-Initiative fĂŒr den Ausbau des Flughafens Memmingen. Der von ĂDP und GrĂŒnen initiierte BĂŒrgerentscheid gegen die Beteiligung hatte keinen Erfolg.
An der Spitze der Stadt steht der OberbĂŒrgermeister, der in Bayern nach der Bayerischen Gemeindeordnung direkt vom Volk gewĂ€hlt wird. Er ist der oberste ReprĂ€sentant der Stadt und leitet die Stadtverwaltung. Als Stellvertreter werden zwei weitere BĂŒrgermeister aus den Reihen des Stadtrates gewĂ€hlt. In der Vergangenheit stellte immer die CSU als stĂ€rkste Fraktion im Stadtrat den zweiten BĂŒrgermeister, wĂ€hrend der dritte BĂŒrgermeister der drittstĂ€rksten Fraktion angehörte. Die zweitstĂ€rkste Fraktion, die SPD, verzichtete bisher auf den dritten BĂŒrgermeister, da der OberbĂŒrgermeister bereits von ihr gestellt wurde. In der Legislaturperiode 2014 bis 2020 stellt die CSU den zweiten und die SPD erstmals seit den 60er Jahren wieder den dritten BĂŒrgermeister.
Memmingen bildet neben dem Doppelzentrum Ulm/Neu-Ulm das zweite Oberzentrum der Region Donau-Iller. Es ĂŒbernimmt damit die zentrale Versorgungsfunktion fĂŒr die Stadt und die umliegenden Landkreise UnterallgĂ€u, Biberach und Ravensburg sowie Teile Neu-Ulms und des OberallgĂ€us.
In der Stadt befinden sich die WahlkreisbĂŒros der bayerischen Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek (CSU) und Christoph Maier (AfD).
Stadtrat
â
Hauptartikel
:
Ergebnisse der Kommunalwahlen in Memmingen
Stadtratswahl 2020
Wahlbeteiligung: 44,9 % (2014: 41,5 %)
%
30
20
10
0
26,3
16,9
13,0
12,1
9,8
9,5
4,5
5,3
2,7
CSU
SPD
GrĂŒne
FW
CRB
ĂDP
FDP
AfD
Linke
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
%p
6
4
2
0
â2
â4
â3,2
â3,6
+4,9
â0,7
â4,0
â3,6
+2,3
+5,3
+2,7
CSU
SPD
GrĂŒne
FW
CRB
ĂDP
FDP
AfD
Linke
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
Christlicher Rathausblock Memmingen
Die Kommunalwahl am 15. MĂ€rz 2020 fĂŒhrte in Memmingen zu dem Ergebnis, das in den Diagrammen dargestellt ist.
OberbĂŒrgermeister
âą 1502â1511 Konrad Vöhlin
(âŠ)
âą 1818â1836: Tobias von Wachter (* 1775; â 1839)
âą 1836â1842: Johann Jakob von Wachter (* 1780; â 1862)
âą 1842â1855: Georg Adolf von Schelhorn (* 1806; â 1855)
âą 1855â1865: Ulrich Benedikt von Zoller (* 1820; â 1888)
âą 1865â1884: Julius von Roeck (* 1818; â 1884)
âą 1884â1909: Karl Scherer (* 1850; â 1922)
âą 1910â1931: Friedrich Braun (* 1873; â 1960)
âą 1932â1945: Heinrich Berndl (parteilos, spĂ€ter NSDAP)
âą 1948â1952: Lorenz Riedmiller, SPD
âą 1952â1966: Heinrich Berndl
âą 1966â1968: Rudolf Machnig, SPD
âą 1968: unbesetzt; geschĂ€ftsfĂŒhrend: 2. BĂŒrgermeister Ludwig Leichtle, CSU
âą 1968â1980: Johannes Bauer, SPD
âą 1980â2016: Ivo Holzinger, SPD
âą 2016: Markus Kennerknecht, SPD (* 1970; â 2016)
âą 2016â2017: unbesetzt; geschĂ€ftsfĂŒhrend: 2. BĂŒrgermeisterin Margareta Böckh, CSU
âą 2017â2023: Manfred Schilder, CSUcite-ref-57[57]
âą seit 2023 Jan Rothenbacher, SPDcite-ref-58[58]
Am 5. MĂ€rz 2023 siegte der 30-jĂ€hrige Jan Rothenbacher (SPD) bei der Wahl zum OberbĂŒrgermeister im ersten Wahlgang mit 55,4 % gegen Amtsinhaber Schilder, der einen Stimmenanteil von 38,3 % erhielt.cite-ref-59[59]
Stadthaushalt
Der Haushaltplan Memmingens wies fĂŒr das Jahr 2021 einen Verwaltungshaushalt von 149.262.100 Euro und einen Vermögenshaushalt von 23.655.900 Euro aus.cite-ref-60[60] Die Gewerbesteuereinnahmen betrugen 2020 rund 32,5 Millionen Euro.cite-ref-61[61] Die Einkommensteuerzuweisungen waren 2021 mit 25,4 Millionen Euro angesetzt (Ergebnis 2019: rund 25,75 Mio. Euro).cite-ref-62[62] Der Gewerbesteuersatz liegt seit 1973 unverĂ€ndert bei 330 vom Hundert. Die Grundsteuern wurden letztmals im Jahr 2003 angepasst (die Grundsteuer A betrĂ€gt 260 v. H., die Grundsteuer B 350 v. H.).cite-ref-63[63]
Die Schuldenlast der Stadt Memmingen lag zum 1. Januar 2021 bei 22.533.517 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 511 Euro entspricht (31. Dezember 2019: 468 Euro).cite-ref-64[64] Inklusive der stÀdtischen Betriebe Klinikum und Stadtwerke lag der Schuldenstand bei 38.919.755 Euro bzw. 893 Euro pro Kopf.cite-ref-65[65]
Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber viele Stiftungen, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammen (z. B. die Unterhospitalstiftung).cite-ref-66[66]
Projekt âSoziale Stadtâ
Teile der Weststadt waren seit dem Jahr 2007 offiziell ein Teil des Förderprogramms Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf â die Soziale Stadt. Dieses Programm besteht nicht nur aus herkömmlicher StĂ€dtebauförderung, sondern zielt vor allem darauf ab, die LebensqualitĂ€t in den Stadtvierteln zu steigern. Die Problemgebiete sollen sozial stabilisiert werden. Dabei stehen neben stĂ€dtebaulichen MaĂnahmen soziale, ökologische und beschĂ€ftigungspolitische Ziele im Vordergrund. Wohnungsbaugenossenschaften, Privatleute und die Stadtverwaltung ziehen gemeinsam an einem Strang. Erste Erfolge konnten erzielt werden.cite-ref-67[67]cite-ref-68[68]cite-ref-69[69] Seit 2018 sind in diesem Programm Teile des Memmingen Ostens.
Bundestagswahlen
Die Stadt gehört zum Bundestagswahlkreis OstallgÀu. Bei der Bundestagswahl 2021 wurde in Memmingen folgendes Ergebnis erzielt:cite-ref-70[70]
| Direktkandidat | Partei | Erststimmen % | Zweitstimmen |
|---|---|---|---|
| Stephan Stracke | CSU | 32,8 % | 27,6 % |
| Regina Leenders | SPD | 18,6 % | 19,2 % |
| Daniel PflĂŒgl | GrĂŒne | 11,7 % | 13,2 % |
| Christian Sedlmeir | AfD | 11,0 % | 11,3 % |
| Kai Fackler | FDP | 9,5 % | 12,1 % |
| Mariana Braunmiller | Freie WĂ€hler | 6,1 % | 5,5 % |
| Susanne Ferschl | Die Linke | 3,1 % | 3,1 % |
Bei der Bundestagswahl 2017 wurde in Memmingen folgendes Ergebnis erzielt:cite-ref-71[71]
| Direktkandidat | Partei | Erststimmen % | Zweitstimmen |
|---|---|---|---|
| Stephan Stracke | CSU | 51,88 % | 41,89 % |
| Pascal André Lechler | SPD | 11,92 % | 12,28 % |
| GĂŒnter Claus RĂ€der | GrĂŒne | 11,48 % | 10,96 % |
| Christoph Maier | AfD | 8,61 % | 9,21 % |
| Jonas Flott | FDP | 6,84 % | 16,45 % |
| Susanne Ferschl | Die Linke | 4,19 % | 4,61 % |
Bei der Bundestagswahl 2013 wurde in Memmingen folgendes Ergebnis erzielt:cite-ref-72[72]
| Direktkandidat | Partei | Erststimmen % | Zweitstimmen |
|---|---|---|---|
| Stephan Stracke | CSU | 50,4 % | 48,1 % |
| Rolf Spitz | SPD | 25,2 % | 20,5 % |
| Elfriede Anna Klein | GrĂŒne | 5,1 % | 7,5 % |
| Franz Jochen Knapp | AfD | 4,5 % | 5,5 % |
| RenĂ© MĂŒller | FDP | 1,7 % | 4,9 % |
| Paul Meichelböck | Die Linke | 2,8 % | 3,7 % |
Bei der Bundestagswahl 2009 war folgendes Ergebnis erzielt worden:cite-ref-73[73]
| Direktkandidat | Partei | Erststimmen % | Zweitstimmen |
|---|---|---|---|
| Stephan Stracke | CSU | 42,8 % | 41,0 % |
| Rolf Spitz | SPD | 24,8 % | 16,5 % |
| Tobias Specht | GrĂŒne | 8,0 % | 9,8 % |
| Bernd Rösel | FDP | 11,2 % | 16,8 % |
| Paul Meichelböck | Die Linke | 5,9 % | 6,6 % |
Wappen und Flagge
â
Hauptartikel
:
Wappen der Stadt Memmingen
und
Liste der Wappen in Memmingen
Als Stadtlogo wird eine moderne schwarzweiĂe Fassung des Stadtwappens mit dem KĂŒrzel MM in roten Kleinbuchstaben der Schriftart Rotis verwendet. MM ist auch das Kfz-Kennzeichen der Stadt.
Amendingen und Eisenburg besitzen eigene historische Wappen.
Die Stadtflagge ist Schwarz-Rot-WeiĂ. Diese Farben sind seit 1488 ĂŒberliefert.
StÀdtepartnerschaften, Freundschaften und Patenschaften
Im Laufe der Jahre haben sich viele StÀdtepartnerschaften entwickelt, die sehr aktiv sind und von Vereinen, Schulen und Privatpersonen gepflegt und getragen werden.cite-ref-partnerschaften-75-0[75]
Offizielle StÀdtepartnerschaften bestehen mit folgenden Gebietskörperschaften:
âą Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten: Die Ă€lteste (seit 1976) Partnerstadt Memmingens, Glendale in Arizona/USA, ist auch gleichzeitig eine der lebendigsten. Es vergeht fast kein Monat, in dem die Stadt nicht in der örtlichen Presse erscheint. Die gute Partnerschaft zeichnet sich vor allem durch SchĂŒleraustausche und Besuche von Vertretern bei öffentlichen AnlĂ€ssen aus. Auch Memminger BĂŒrger haben im Laufe der Zeit immer mehr Kontakte mit Glendale geknĂŒpft. In Glendale wurde ein Park nach Memmingen, in Memmingen eine StraĂe nach Glendale benannt.cite-ref-partnerschaften-75-1[75]
âą Italien Italien: Die beiden Partnerschaften mit der Provinz Teramo in den Abruzzen (seit 1981) und der Stadt Teramo (seit 1986) gehören ebenfalls zu den aktivsten Partnerschaften der Stadt. Viele Vereine und Einzelpersonen halten stĂ€ndigen Kontakt mit Teramo. Die stĂ€dtische Sebastian-Lotzer-Realschule unterhĂ€lt ein SchĂŒleraustauschprogramm mit der Liceo Scientifico Albert Einstein-Schule in Teramo. Der DGB, die Feuerwehr, die Polizeiinspektion und die Volleyballmannschaften des TV Memmingen begegnen mehrmals im Jahr zu verschiedenen AnlĂ€ssen den Kollegen aus Teramo.cite-ref-partnerschaften-75-2[75]
âą Frankreich Frankreich: Die Partnerschaft mit Auch im DĂ©partement Gers in Frankreich (seit 1990) drĂŒckt sich vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene aus. So besteht mit dem Bernhard-Strigel-Gymnasium und dem Oratoire St. Marie ein SchĂŒleraustauschprogramm. Musikkapellen, Vereine und Privatpersonen treffen sich hĂ€ufig und machen diese Partnerschaft lebendig.cite-ref-partnerschaften-75-3[75]
âą Deutschland Deutschland: Die Partnerschaft mit der Lutherstadt Eisleben (seit 1990) ist vielfĂ€ltig. Neben Treffen von Vereinen, BĂŒrgern und Ămtern halfen Memminger Bauleute bei der Sanierung der Nicolaikirche mit Fachwissen und Tatkraft. Bei dem Aufbau der stĂ€dtischen Verwaltung nach der Wende unterstĂŒtzten Memminger Ămter die Partnerstadt.cite-ref-partnerschaften-75-4[75]
âą Israel Israel: Die jĂŒngste Partnerstadt ist Kiryat Shmona, mit der am 3. April 2009 nach lĂ€ngerer Freundschaft die Partnerschaft im Memminger Rathaus vereinbart wurde.cite-ref-partnerschaften-75-5[75]
âą Turkei TĂŒrkei: Die Freundschaft mit KarataĆ, Provinz Adana/TĂŒrkei wurde am 24. Juli 2008 in eine StĂ€dtepartnerschaft umgewandelt. Sie wird intensiv mit verschiedenen Aktionen gepflegt. So unterstĂŒtzte der Memminger AuslĂ€nderbeirat 1988 den Bau eines Kulturzentrums in KarataĆ. Die Feuerwehr brachte 1991 im Auftrag des AuslĂ€nderbeirats ein Löschfahrzeug dorthin. In Memmingen wurde eine StraĂe nach KarataĆ benannt, in KarataĆ gibt es seit 2001 einen Memmingen Bulvarı direkt am Mittelmeerstrand.cite-ref-partnerschaften-75-6[75]
âą Osterreich Ăsterreich: Die Freundschaft mit dem Dorf Litzelsdorf im burgenlĂ€ndischen Ăsterreich wurde im Oktober 2009 in eine Partnerschaft umgewandelt. Sie ergab sich durch eine Zweigstelle der Memminger Firma Stehle in Litzelsdorf. Heute treten vor allem der Freundeskreis Burgenland, Litzelsdorfer Freunde und verschiedene andere Vereine fĂŒr die Freundschaft ein. In Litzelsdorf wurde im Jahr 2004 ein Platz nach Memmingen, in Memmingen eine StraĂe nach Litzelsdorf benannt.cite-ref-partnerschaften-75-7[75]
âą Ukraine Ukraine: Die Freundschaft mit Tschernihiw/Ukraine wurde im Oktober 2009 in eine Partnerschaft umgewandelt. Sie besteht vor allem auf der kulturellen und schulischen Ebene. Bei Festlichkeiten treten gegenseitig Vereine und Gruppen aus den befreundeten StĂ€dten auf. Das Klinikum Nr. 2 in Tschernihiw wurde fortgesetzt mit medizinischen GerĂ€ten versorgt, die das stĂ€dtische Klinikum und andere Ărzte/Ă€rztliche Vereinigungen bereitstellten.cite-ref-partnerschaften-75-8[75]
Weitere Freundschaften und Patenschaften bestehen mit folgenden Gebietskörperschaften:
âą Frankreich Frankreich: Des Weiteren besteht eine Freundschaft mit Colmar im Elsass.cite-ref-partnerschaften-75-9[75]
âą Tschechien Tschechien: 1956 wurde die Patenschaft fĂŒr die aufgrund der BeneĆĄ-Dekrete vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt und dem Kreis Freudenthal/Altvater ĂŒbernommen. Das Heimatmuseum Freudental/Altvater im Memminger Hermansbau erinnert an die deutsche Geschichte dieser Kulturlandschaft im heutigen Tschechien und hĂ€lt die Verbindung fĂŒr kĂŒnftige Generationen wach.cite-ref-partnerschaften-75-10[75]cite-ref-76[76]cite-ref-77[77]cite-ref-78[78]
Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten
â
Hauptartikel
:
SehenswĂŒrdigkeiten in Memmingen
und
Liste der BaudenkmÀler in Memmingen
Theater
Das Theater hat in Memmingen eine lange Tradition. In den Chroniken ist von verschiedenen Theaterspielen bereits im Mittelalter zu lesen. 1937 wurde in der Stadt das Landestheater Schwaben (LTS) gegrĂŒndet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das LTS 1945 eines der ersten Theater im damaligen Westdeutschland, in dem wieder AuffĂŒhrungen stattfanden. Bespielt werden die BĂŒhnen des Stadttheaters Memmingen mit seinen drei SpielstĂ€tten und Theater in den angeschlossenen Gemeinden. Im Zuge der Um- und Neubauarbeiten auf dem ELS-Areal, das an das Stadttheater angrenzt, wurde ein GroĂteil des Theaters neu gebaut. Es entstanden eine neue StudiobĂŒhne, ProbebĂŒhnen, WerkstĂ€tten, Depots, der Verwaltungsbereich, eine Foyererweiterung und GĂ€stewohnungen.cite-ref-79[79] Als weitere TheaterbĂŒhne steht das von Helmut Wolfseher und Mitgliedern der alternative kleinkunst e. V. Memmingen in den 1980er Jahren gegrĂŒndete Parterretheater im KĂŒnerhaus (PiK) (ehemaliges Stadtarchiv) fĂŒr Kabarettisten, Musiker, LaienkĂŒnstler und Nachwuchsmusiker zur VerfĂŒgung. Im Kaminwerk fĂŒhren vor allem LaienkĂŒnstler TheaterstĂŒcke auf. In der Stadthalle treten Volksschauspieler und andere KĂŒnstler auf Gastspielreisen auf. UrauffĂŒhrungen fanden ebenfalls in Memmingen statt. Hier sind vor allem die Metal-Opern von David DeFeis in Zusammenarbeit mit dem Intendanten des LTS Walter Weyers hervorzuheben, die ĂŒberregionale Aufmerksamkeit erregten. Im Stern und im Spiegel sowie in ĂŒberregionalen Tageszeitungen wie der SĂŒddeutschen Zeitung wurde davon berichtet.
Folgende Werke haben KĂŒnstler ĂŒber Memmingen verfasst:
âą TheaterstĂŒck Memmingen von Bettina Fless (1989)
âą Buch Mohr of Memmingen von Utz Benkel
âą MusikstĂŒck Memmingen der britischen Musikband Blackmoreâs Night
âą Stadthymne Memmingen blĂŒht von Daniela Maul und Andreas Kindermann komponiertcite-ref-bk-mm-de-musik-26-1[26]
TheaterstĂŒcke und Opern, die in Memmingen uraufgefĂŒhrt wurden:
âą 1995: Die Judenbank
âą Metal-Opern von David DeFeis:
âą 1999: Klytaimnestra oder der Fluch der Atriden
âą 2001: Hel oder Die Rebellen
âą 2005: Lilith
âą 2005: Mohr of Memmingen
âą 2007: GrĂŒne Organe
âą 2008: Katharina und Till (10. Januar)
⹠2010: Rauhnacht (8. Oktober), Aprés Ski (31. Dezember)
âą 2011: Die Ordnung der Gesellschaft nicht stĂŒrzen (18. Februar)
âą 2011: Faites vos jeux â Das Casino gewinnt immer (25. MĂ€rz)cite-ref-80[80]
Marionettentheater
Das Memminger Marionettentheater wurde 2003 als LaienbĂŒhne gegrĂŒndet und tourte fĂŒnfzehn Jahre lang als WanderbĂŒhne durch die Region. Seit Anfang 2018 ist das Theater in einer ehemaligen GaststĂ€tte am Schweizerberg untergebracht. Der Schwerpunkt des Repertoires liegt auf MĂ€rchen und Eigeninszenierungen fĂŒr Kinder; mit der Inszenierung âDas Puppenspiel vom Dr. Faustâ hat das Theater jedoch auch ein StĂŒck fĂŒr Erwachsene im Programm.cite-ref-81[81]
Museen
Das gröĂte Museum ist das Stadtmuseum im Hermansbau.cite-ref-82[82] Eine kleine Ausstellung widmet sich der Vor- und FrĂŒhgeschichte der Region. Gezeigt werden Exponate aus der Steinzeit und der Bronzezeit, ĂŒber die Alemannen bis zu den Römern. Der gröĂte Teil des Museums ist der Entwicklung der Freien Reichsstadt Memmingen gewidmet. Dort wird in historischen RĂ€umen die Stadtgeschichte erlĂ€utert.
Ausgestellt sind auch Bilder des Memminger Barockmalers Johann Heiss, KĂŒnersberger Fayencen und historische Puppenstuben.cite-ref-83[83] Es gibt auch eine jĂŒdische Abteilung, in der das jĂŒdische Leben in Memmingen und die Geschichte der Memminger Juden in der NS-Zeit aufgezeigt wird. Ein ĂŒppig bestickter Toravorhang vom 18. Jahrhundert aus der zerstörten Memminger Synagoge kann besichtigt werden.
Das Heimatmuseum Freudenthal/Altvater ist dem Stadtmuseum angegliedert. Es erinnert an die deutsche Geschichte dieser Region des Sudetenlandes, aus der viele Vertriebene in Memmingen eine neue Heimat fanden. Es ist eines der 43 vom Bundesinnenministerium anerkannten ostdeutschen Heimatmuseen. Eine von der Stadt verwaltete Stiftung wurde gegrĂŒndet, um das Museum dauerhaft zu sichern.
Das Strigel- und das Antoniter-Museum im Antonierhaus geben Einblicke in die Schnitz- und Malkunst der KĂŒnstlerfamilie Strigel sowie in die Arbeit des Antoniterordens und die dort behandelte Krankheit Mutterkornbrand.cite-ref-84[84] Diese Museen wurden 1996 eröffnet.cite-ref-85[85]
Die 2005 durch Zuwendungen der Memminger Wohnungsbaugenossenschaft (MeWo) ermöglichte MEWO Kunsthalle in den RĂ€umen der Alten Post am Bahnhof zeigt wechselnde Ausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte des 20./21. Jahrhunderts sowie bisweilen auch SammlungsprĂ€sentationen der Memminger Maler Max Unold und Josef Madlener.cite-ref-86[86] Diese in Mittel- und Oberschwaben und im AllgĂ€u einzigartige Einrichtung ist von ĂŒberregionaler Bedeutung.
Im ehemaligen Kreuzherrenkloster werden ebenfalls wechselnde Ausstellungen gezeigt.cite-ref-87[87]
SĂ€mtliche Museen der Stadt sind seit dem 1. Mai 2019 kostenlos zu betreten.cite-ref-88[88]
Musik
Die Orgelkonzerte in der St.-Martins-Kirche sind weithin bekannt. Auch in den anderen Kirchen der Stadt finden regelmĂ€Ăig Konzerte, Orgelkonzerte und MusikauffĂŒhrungen statt. In St. Josef wird ein breit gefĂ€chertes Programm angeboten.cite-ref-89[89] Kammermusik wird im ehemaligen Kreuzherrenkloster gespielt.
Neben zahlreichen Kneipen, Restaurants, Weinstuben und Cafés gibt es mehrere Diskotheken. In Memmingerberg, also in unmittelbarer StadtnÀhe, befindet sich eine weitere bekannte Diskothek. Das Kulturzentrum Kaminwerk wartet mit Konzerten, Theater, Programmkino, Lesungen und speziellen Party-Veranstaltungen auf.
Filmtheater
Das Cineplex im Gewerbegebiet Nord am Autobahnkreuz wurde im Dezember 2007 eröffnet.cite-ref-90[90] Es besitzt insgesamt zehn KinosĂ€le mit 1290 SitzplĂ€tzen. Seit 2011 ĂŒbertrĂ€gt das Cineplex auch Liveveranstaltungen aus vielen kulturellen Bereichen, u. a. auch der Metropolitan Opera in New York, via Satellit.cite-ref-91[91]
Der 1957 eröffnete Rex-Palast in der Innenstadt öffnete nach einer zweijĂ€hrigen Unterbrechung im Juni 2011 in der BahnhofstraĂe.cite-ref-92[92] Das Betreiberpaar schloss das Haus jedoch bereits im Mai 2012 wieder und gab dabei wirtschaftliche GrĂŒnde an.cite-ref-93[93] Das familienbetriebene Kino zeigte bis zu 18 verschiedene Filme pro Woche und besaĂ einen 440 SitzplĂ€tze umfassenden Kinosaal. FrĂŒher bereits geschlossen wurde das Union-Kino-Center, die Kinos Regina Filmpalast, Schauburg sowie die KinosĂ€le im Untergeschoss des Maxi-Centers am Bahnhof.
Bauwerke
Memmingen nennt sich, wie andere Gemeinden, âam Tor zum AllgĂ€uâcite-ref-94[94] und wird daneben auch die âStadt der Tore, TĂŒrme und der Giebelâ genannt. Ein sehr groĂer Teil der mittelalterlichen Altstadt hat den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegsjahre ĂŒberstanden. Darunter sind noch zehn Tore und TĂŒrme und circa zwei Kilometer Stadtmauer. Betrafen die Kriegsverluste vor allem das Bahnhofsviertel, also den östlichen Teil der Altstadt, so kam es seit den 1970er Jahren zu groĂen Verlusten an historischer Bausubstanz. An ganzen StraĂenzĂŒgen wurden â wie z. B. in der KreuzstraĂe und in der sĂŒdlichen Altstadt â die mittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen BĂŒrgerhĂ€user abgerissen und durch historisierende, meist wesentlich gröĂere GiebelhĂ€user aus Beton ersetzt. In den 1990er Jahren wurde die FrauenmĂŒhle abgerissen und das benachbarte Handwerkerviertel flĂ€chensaniert. Der Verlust an historischer Bausubstanz setzte sich auch bis in das 21. Jahrhundert fort: Neben dem Abriss der Gartenwirtschaft Engelkeller betraf dies vor allem die sĂŒdliche Altstadt. Dort wurden neben dem Elsbethenkloster auch mehrere historische HandwerkerhĂ€user abgerissen, um Platz fĂŒr moderne Bausubstanz zu schaffen.
Neben vielen BĂŒrgerhĂ€usern (darunter auch mehrere barocke Palazzi) gibt es pittoreske StraĂenzĂŒge, durch die der Stadtbach flieĂt. Vor allem der mittelalterliche Marktplatz prĂ€gt mit dem Rathaus, der GroĂzunft und dem Steuerhaus das Stadtbild. BerĂŒhmt sind die gotische Martinskirche mit ihrem ĂŒber 500 Jahre alten ChorgestĂŒhl und die im Jahr 1996 restaurierte Anlage des ursprĂŒnglich französischen Antoniter-Klosters, die besterhaltene und gröĂte dieser Art weltweit. Die vermutlich Ă€lteste Memminger Kirche Unser Frauen oder auch Frauenkirche wartet mit bedeutenden Fresken des 15. und 16. Jahrhunderts auf. Auch das SiebendĂ€cherhaus, die barocke Kreuzherrenkirche, das renovierte Hurenhaus der Stadt, der Salzstadel und die Kramerzunft (auch 12-Artikel-Haus genannt) stellen SehenswĂŒrdigkeiten dar. Weniger bekannt ist der Bismarckturm auf dem HĂŒhnerberg, der nicht von innen besichtigt werden kann. Direkt daneben befindet sich das am 26. Juli 2007 eröffnete neue FuĂballstadion, das durch seine GröĂe und sein Arrangement sehenswert ist.cite-ref-95[95]
Auch einige der Sieben Memminger Wahrzeichen zĂ€hlen zu den SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt.
Preise
Seit 1977 wird regelmĂ€Ăig der Memminger Kulturpreis verliehen.cite-ref-96[96]
PreistrÀger waren:
âą 1977 DMD Josef Fleschhut
âą 1978 Diether Kunerth
âą 1979 Helmut Ackermann
âą 1980 Johann Maria Naun
âą 1981 Otto Neudert
âą 1983 Karlheinz Eubell (verstorben)
âą 1987 Friederich Hiller
âą 1988 Karl-Heinz Gudat
âą 1990 Reinhard Blank
âą 1991 Walter Abt
âą 1992 Wolfgang Marschner
âą 1993 Dieter Rehm
âą 1994 Bobby und Lancy Falta
âą 1995 Ilse und Helmut Wolfseher
⹠1997 Winfried Bönig
âą 1999 Dieter SchĂŒtz
âą 2003 Agnes Keil und Peter Heel
âą 2006 Oskar Riha
âą 2008 Volker KlĂŒpfel und Michael Kobr
âą 2012 KMD Hans-Eberhard RoĂ
âą 2014 Johnny Ekkelboom
âą 2015â2017: keine Preise
âą 2018 Pit Kinzer
Parks
An der Stadtmauer ist ein GrĂŒngĂŒrtel entstanden. Die alten WassergrĂ€ben wurden bis auf eine Ausnahme (Hohe Wacht, SĂŒdteil der Stadtmauer) zugeschĂŒttet und durch GrĂŒnflĂ€chen mit heute teilweise ĂŒber 150-jĂ€hrigem Baumbestand ersetzt. Die Parks heiĂen (beginnend am Ulmer Tor im Uhrzeigersinn): Hubergarten, Zollergarten, Ratzengraben/Zollergraben, Kohlschanze, Reichshain, Kaisergraben, Hohe Wacht, Westertorplatz und Grimmelschanze. In fast allen Wohnvierteln findet man kleinere meist jĂŒngere Parkanlagen. AuĂerdem gibt es den Stadtpark Neue Welt, das ehemalige LandesgartenschaugelĂ€nde sowie den Alten Friedhof und den Waldfriedhof, die beide als Parks und Naherholungsbereiche genutzt werden.
Friedhöfe
Im Mittelalter gab es in der Kernstadt vier Friedhöfe. Diese lagen vor den beiden Stadtpfarrkirchen St. Martin und Unser Frauen sowie in den Höfen des Kreuzherrenklosters und des Schottenklosters.cite-ref-97[97] Sie wurden ab 1530 aufgelassen. Als Ersatzfriedhof diente der Alte Friedhof beim Schottenkloster.
Durch die Auflassung des stĂ€dtischen Alten Friedhofs im Jahr 1930 wurde eine neue BegrĂ€bnisstĂ€tte in der Stadt notwendig. Bereits 1920 legte man deshalb im bis dahin noch unbebauten Memminger Osten einen neuen Friedhof als Waldfriedhof an. Weitere Friedhöfe befinden sich in den Ortsteilen Amendingen, Steinheim, Buxach, Volkratshofen, Ferthofen und Dickenreishausen. Im Ostteil der Stadt befindet sich ein jĂŒdischer Friedhof.
Vereine
In der Stadt haben Vereine eine lange Tradition. So bestanden 1886 bereits 43 Vereine.cite-ref-98[98] Auch heute findet in der Stadt ein reges Vereinsleben statt. Hierbei tritt im musikalischen Bereich vor allem die Stadt- und Jugendkapelle hervor, die schon viele nationale und internationale Preise gewonnen hat. Der mit ĂŒber 5000 Mitgliederncite-ref-99[99] gröĂte Verein der Stadt, der Fischertagsverein, organisiert den alljĂ€hrlichen Fischertag und die Wallensteinfestspiele. FĂŒr die Wasserrettung gibt es die DLRG Memmingen-UnterallgĂ€u e. V. und die Wasserwacht des Roten Kreuzes. In den Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und Malteserhilfsdienst sind viele BĂŒrger engagiert.
In der christlichen Jugendarbeit sind der CVJM sowie die evangelische und die katholische Gemeindejugend aktiv. Zweck der 1869 gegrĂŒndeten Sektion Memmingen des Deutschen Alpenvereins ist es, das Bergsteigen und alpine Sportarten vor allem in den Alpen und den deutschen Mittelgebirgen, besonders fĂŒr die Jugend und die Familien, zu fördern und zu pflegen, die Schönheit und UrsprĂŒnglichkeit der Bergwelt zu erhalten, die Kenntnisse ĂŒber die Gebirge zu erweitern und dadurch die Bindung zur Heimat zu pflegen sowie weitere sportliche AktivitĂ€ten zu fördern. Die Sektion besitzt mehrere BerghĂ€user und die Memminger HĂŒtte in den Lechtaler Alpen.cite-ref-100[100]
Die Narrenzunft Stadtbachhexen Memmingen 1996 e. V. wurde 1996 gegrĂŒndet. Der erste Umzug mit anderen schwĂ€bisch-alemannischen NarrenzĂŒnften wurde 1998 durchgefĂŒhrt. Seitdem wird alle zwei Jahre ein Narrenumzug in der Fasnetszeit mit mehreren hundert Narren und teilweise ĂŒber 10.000 Zuschauern veranstaltet. Der anhaltende Zustrom an Mitgliedern machte es notwendig, weitere Gruppen innerhalb des Vereins zu grĂŒnden. So gibt es neben den Stadtbachhexen auch die Figuren Der GrĂŒne Teufel von dr Martinskirch, der Maufischer und der Mau zu sehen. Der kleinere Nachwuchs lĂ€uft bei den NarrenumzĂŒgen als Narrensamen mit.
Sport
Das SportstĂ€ttenangebot in Memmingen umfasst neben der Memminger Arena, dem Stadion an der BodenseestraĂe, dem Sportplatz Ost und dem Amendinger Sportpark ein Eisstadion, ein Hallen- und ein Freibad sowie mehrere Turnhallen, die fĂŒr die Sportvereine zur VerfĂŒgung stehen.
Der FC Memmingen ist der erfolgreichste FuĂballverein der Stadt und spielt in der Saison 2024/25 in der fĂŒnftklassigen Bayernliga SĂŒd. Daneben gibt es den BSC Memmingen und den tĂŒrkischen TGS Memmingen.
Die höchsten Zuschauerzahlen in der Stadt sind beim Eishockeyverein ECDC Memmingen anzutreffen. Die Herrenmannschaft spielt in der Eishockey-Oberliga SĂŒd und damit der dritthöchsten Liga. Die Damenmannschaft des ECDC spielt in der Fraueneishockey-Bundesliga und erreicht meist die vorderen PlĂ€tze der Tabelle. Der HC Maustadt spielt in der Eishockey-Bezirksliga Bayern. Weitere Vereine sind die Tennisvereine TC Memmingen und TV Memmingen, der BSC Memmingen, der SV Amendingen, der SV Steinheim, der TV Memmingen und der DJK Memmingen.
RegelmĂ€Ăige Veranstaltungen
Feste
In Memmingen finden jedes Jahr zahlreiche Feste, Festivals und FĂŒhrungen statt.cite-ref-103[103] Meist sind diese auf die Altstadt beschrĂ€nkt. Den Anfang bildet der Nightgroove, die Memminger Musiknacht im April mit einem Live-Musik-Programm in zahlreichen Kneipen, Bars und CafĂ©s der Innenstadt. Bei Memmingen blĂŒht im Mai wird die Innenstadt in ein BlĂŒtenmeer mit Ausstellungen und VerkaufsstĂ€nden von Floristen, LandschaftsgĂ€rtnern und -bauern verwandelt. Im FrĂŒhsommer lĂ€dt das Stadtfest zum Verweilen ein. Die Memminger EinzelhĂ€ndler bewirten als Dank fĂŒr das vergangene Jahr die GĂ€ste. Die sogenannte Memminger Meile mit dem Fest der Kulturen am Westertorplatz vor dem Kaufhaus Karstadt ist das Kulturfestival der Stadt unter der Regie des Kulturamtes, jedes Jahr unter einem neuen Motto.
Das bekannteste Fest der Stadt ist der Fischertag. AlljĂ€hrlich kommen zehntausende Besucher und sind Zuschauer eines mittelalterlichen Spektakels: An einem Samstag Ende Juli wird innerhalb der Altstadt der Stadtbach leergefischt. Etwa 1500 Fischer (und seit 2021 auch Fischerinnen) âjuckenâ (= springen) dabei in den Bach. Am vorhergehenden Donnerstag feiern etwa 2000 Jungen und MĂ€dchen das alljĂ€hrliche Memminger Kinderfest, bei dem am Vormittag auf dem Marktplatz gesungen und getanzt wird. Am Nachmittag findet der traditionelle Umzug quer durch die Stadt zum StadiongelĂ€nde statt.
Die von Hermann Pfeifer ins Leben gerufenen Wallensteinfestspiele sind ein seit 1980 existierendes Historienfestspiel und finden in der Regel alle vier Jahre im Anschluss an den Fischertag im Juli statt. Knapp 4500 BĂŒrger in historischen KostĂŒmen spielen eine Woche lang nach, wie Wallenstein 1630 fĂŒr einige Wochen in der Stadt lagerte und dort von seiner Absetzung als Feldherr durch Kaiser Ferdinand II. auf Betreiben von Maximilian I. erfuhr. Es zĂ€hlt zu den gröĂten Historienspielen in ganz Europa. Das Schauspiel wird allerdings von einigen Historikern kritisiert, da es angeblich den Krieg verherrlicht, wobei der Aufenthalt von Wallenstein der Stadt Memmingen allerdings eine Verschnaufpause im DreiĂigjĂ€hrigen Krieg verschaffte.
Etwa alle zwei Jahre gibt es die Memminger Kabarett-Tage. Im Rahmen der Memminger Meisterkonzerte wird klassische Musik dargeboten. Am 11. November findet der traditionelle Rathaussturm mit einem Umzug auf dem Marktplatz statt. Dabei ĂŒbergibt der OberbĂŒrgermeister den StadtschlĂŒssel an den Elferrat, der anschlieĂend die Stadtpolitik des vergangenen Jahres aufs Korn nimmt.cite-ref-104[104]
Mehrmals im Jahr finden BlindenstadtfĂŒhrungen statt. Dabei können die Besucher verschiedene wichtige Memminger GebĂ€ude wie zum Beispiel das Rathaus und das SiebendĂ€cherhaus in Miniaturform mit den HĂ€nden erfĂŒhlen und erfahren so, wie sie aussehen. Memmingen ist die erste Stadt Deutschlands mit solchen FĂŒhrungen. Jeden Samstag wird ein Rundgang durch die Stadtkirche St. Martin mit Orgelmusik angeboten.
MĂ€rkte
Jeden Dienstag- und Samstagvormittag ist auf dem historischen Marktplatz Markttag. Vor allem HĂ€ndler aus der Region bieten regionale Verzehrprodukte und Blumen an. Bei Veranstaltungen auf dem Marktplatz wird der Wochenmarkt auf den Hallhof verlegt. In jedem Jahr wird der Christkindlesmarkt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus abgehalten. Am ersten Samstag des Septembers findet in der sĂŒdlichen Altstadt ein Altstadttrödelmarkt statt.
Jedes Jahr findet der Memminger Jahrmarkt am Dienstag nach Galli (Oktober) statt.cite-ref-105[105] Dieser Termin kann sich aber Ă€ndern, je nachdem, wie lange das MĂŒnchner Oktoberfest dauert. Der gröĂte Innenstadtjahrmarkt SĂŒddeutschlands wartet mit Fahr- und SchaugeschĂ€ften, SchieĂhallen und anderen Angeboten auf. Dazu gehört auch der KrĂ€mermarkt von Dienstag bis Donnerstag in der Altstadt mit ĂŒber 250 Fieranten und VerkaufsstĂ€nden.
Schutzgebiete
In der Stadt sind ein Naturschutzgebiet, ein Landschaftsschutzgebiet, ein FFH-Gebiet und mindestens zwei vom Bayerischen Landesamt fĂŒr Umwelt Geotope ausgewiesenen (Stand Mai 2016).
Siehe auch
Wirtschaft und Infrastruktur
Seit 1993 ist die Stadt Oberzentrum. Zusammen mit den angrenzenden Gemeinden hat der innere Marktbereich Memmingen etwa 60.000 Bewohner. Im erweiterten Marktbereich leben zwischen 300.000 und 400.000 Einwohner. Ăber 22.000 Menschen pendeln zur Arbeit in die Stadt, der Pendlersaldo betrĂ€gt circa 12.200 Personen (Stand 2023).cite-ref-106[106]
In Memmingen waren im Dezember 2008 26.478 sozialversicherungspflichtig beschÀftigt; infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise sank diese Zahl 2009 auf 25.970 sozialversicherungspflichtig BeschÀftigte.cite-ref-107[107] Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung stieg diese Zahl bis zum 30. September 2015 auf 29.919 an und erhöhte sich 2023 auf 30.757.cite-ref-statistik-2024-108-0[108]cite-ref-109[109]
2023 gab es im produzierenden Gewerbe 12.396 BeschÀftigte, darunter im verarbeitenden Gewerbe 9249 BeschÀftigte in 46 Betrieben. Memmingen ist damit die industrielle Hochburg Mittelschwabens und des AllgÀus. Ende Juni 2023 gab es im Bauhauptgewerbe 1662 BeschÀftigte.cite-ref-statistik-2024-108-1[108]
Im Handel, Verkehr und Gastgewerbe haben weitere 6918 Personen Arbeit gefunden, im sonstigen Dienstleistungsgewerbe ĂŒber 11.400.cite-ref-statistik-2024-108-2[108] Dies unterstreicht die Bedeutung Memmingens als Handelszentrum. Der innerstĂ€dtische Handel erfuhr eine deutliche Belebung durch die Aufwertung groĂer Innenstadtareale durch Ansiedlung neuer KaufhĂ€user und GeschĂ€fte. Die Bedeutung des Fremdenverkehrs ist allerdings eher gering. Aufgrund der rĂ€umlichen NĂ€he zu groĂen Tourismusregionen (AllgĂ€u, Oberschwaben, Bodensee, Kneipptourismus im UnterallgĂ€u) verzeichnet Memmingen jedoch viele Tagesbesucher. Die Zahl der GĂ€steĂŒbernachtungen lag 2009 bei 101.195cite-ref-110[110] seit der Ansiedlung weiterer Fluglinien stiegen die Ăbernachtungszahlen kontinuierlich an und lag 2023 bei 195.052.cite-ref-statistik-2024-108-3[108] Memmingen wird auf der offiziellen touristische Internetplattform fĂŒr das AllgĂ€u touristisch vermarktet.cite-ref-111[111]
Die Arbeitslosenquote des Wirtschaftsraums Memmingen lag im April 2008 mit 2,6 % deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 3,8 %.cite-ref-112[112] Im Juni 2008 lag die Quote sogar bei nur 2,2 %, womit in Memmingen quasi VollbeschÀftigung herrschte. Ab Dezember 2008 stieg die Arbeitslosenquote durch die Finanzmarktkrise auf 3,9 % im Januar 2009 an. Sie hielt sich bis Anfang 2010 bei 4,0 %, im Juni 2010 betrug sie noch 3,2 %cite-ref-113[113] und im MÀrz 2012 noch 2,6 % und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,0 %.cite-ref-114[114] Im April 2014 sank die Quote im Wirtschaftsraum Memmingen auf 2,5 %.cite-ref-115[115] 2023 erreichte sie wieder 2,2 %.cite-ref-statistik-2024-108-4[108]
Im Jahre 2016 erbrachte Memmingen, innerhalb der Stadtgrenzen, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,467 Milliarden Euro. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 57.281 Euro (Bayern: 44.215 Euro, Deutschland 38.180 Euro) und damit ĂŒber dem regionalen und nationalen Durchschnitt.cite-ref-116[116]
Ende 2015 kĂŒndige das schwedische Möbelhaus IKEA an, direkt am Autobahnkreuz Memmingen ein Möbelhaus mit angeschlossenem Fachhandelszentrum zu errichten.cite-ref-117[117] Die bisher auf diesem Gebiet ansĂ€ssige Rinderbesamungsgenossenschaft Memmingen sollte dafĂŒr nach Priemen bei Volkratshofen auf Memminger Flur ausgesiedelt werden und die Zufahrt ĂŒber die EuropastraĂe erfolgen.cite-ref-118[118] Im April 2018 kĂŒndigte IKEA allerdings einen Richtungswechsel in der Expansionspolitik an; die Errichtung einer Filiale in Memmingen sollte nochmals grundsĂ€tzlich ĂŒberprĂŒft werden. In keinem Fall wolle man das Projekt jedoch in der zuvor geplanten Form umsetzen.cite-ref-119[119] Im MĂ€rz 2019 kĂŒndigte IKEA an, dass in Memmingen keine Filiale gebaut wird.cite-ref-120[120]
OrtsansÀssige Unternehmen
Einige auf dem Weltmarkt fĂŒhrende Unternehmen haben ihren Sitz, eine Niederlassung oder ein Werk in Memmingen. Eine der gröĂten ansĂ€ssigen Unternehmen ist die Berger Holding, die auf dem Gebiet der Herstellung von PrĂ€zisionsdreh- und FrĂ€steilen WeltmarktfĂŒhrer ist. Auch der bundesweit tĂ€tige Reformhandelsversand GEFRO Reformversand Frommlet ist in Memmingen ansĂ€ssig. Dieser wurde vor allem mit seinen Suppen, SoĂen und GewĂŒrzen europaweit bekannt. Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz, ein fĂŒhrendes Unternehmen der Kommunikations- und Messtechnik, betreibt in Memmingen unter dem Namen Rohde & Schwarz MessgerĂ€tebau GmbH das gröĂte Fertigungswerk des Konzerns sowie ein Auslieferungslager. Die Novoflex PrĂ€zisionstechnik GmbH hat ebenfalls ihren Sitz in Memmingen und ist als Hersteller von High-Tech-Zubehör fĂŒr die Fotografie weltweit bekannt. Der Betrieb gewann vor allem in den 1970er und 1980er Jahren viele Preise fĂŒr Entwicklungen im Bereich Fotografie. Die Metzeler Schaum GmbH ist weltweit die erste Firma, die Schaumstoff aus Pflanzenöl herstellen kann. Magnet-Schultz, ein weltweit an der Spitze liegender Industriemagnete-Hersteller, hat ebenfalls seinen Sitz und das Stammwerk in Memmingen. Die Spezialstahlseilfabrik Pfeifer Seil- & Hebetechnik, die sich einen Namen durch Seilkonstruktionen fĂŒr DĂ€cher von SportstĂ€tten, beispielsweise der MHPArena in Stuttgart, des Olympiastadions in MĂŒnchen oder der Arena Auf Schalke machte, hat ihren Sitz in Memmingen. Relius Farbenwerke, ein Hersteller von Dispersionsfarben und -lacken fĂŒr das Malerhandwerk, hat seine ProduktionsstĂ€tte im Ortsteil Steinheim. Die Memminger Brauerei GmbH und die Baufirmen Josef Hebel, Unglehrt und Kutter haben ihren Sitz in Memmingen. Der Spezialfahrzeugbauer Goldhofer, bekannt fĂŒr Schwerlastfahrzeuge und Flugzeugschlepper, hat seinen Stammsitz und sein Werk in Memmingen. Die weltweit tĂ€tige Stetter GmbH stellt Fahrmischer, Recycling- und Beton-Mischanlagen her.
Der Gelatinehersteller Gelita AG (frĂŒher: Deutsche Gelatinewerke) eröffnete 1996 eines seiner deutschen Werke im Industriegebiet SĂŒd. Das Memminger Medienzentrum und die ALPINE Hydraulik GmbH, die im Bereich der Innovativen Sonderhydraulik weltweit tĂ€tig ist, haben ihren Sitz im Gewerbegebiet Nord. Der Papier- und Wellpappehersteller Hans Kolb Wellpappe an der A 96 hat dort sein Stammwerk. BUZIL-WERK Wagner GmbH & Co. KG, ein Reinigungs- und Putzmittelunternehmen, hat seinen Sitz und sein Stammwerk im Norden. KATEK Memmingen GmbH, ein mittelstĂ€ndisches Unternehmen, das weltweit Elektronik vertreibt, wurde 1976 gegrĂŒndet. GeschĂ€ftsbereiche sind PrĂ€zisionselektronik, Solarelektronik fĂŒr Photovoltaik und Solarthermie, Batterie-Ladesysteme und Kabeltechnik. Leeb Folien, der mittelstĂ€ndische Hersteller von flexiblen Packstoffen und technischen Anwendungen auf Folienbasis mit ĂŒber 180 Mitarbeitern, hat seinen Sitz im Memminger SĂŒden.
Wegen der NĂ€he zum Verkehrsdrehkreuz Memmingen haben sich viele groĂe Speditionen und Auslieferungslager in der Stadt angesiedelt. Die gröĂte Spedition ist Dachser, die das Logistikzentrum AllgĂ€u, die derzeit gröĂte Dachser-Niederlassung in Deutschland, betreibt. Die Spedition GebrĂŒder Weiss betreibt einen Umschlagplatz, der im Juli 2002 eröffnet und bereits 2007 erweitert wurde. Etwa 100 von 4600 Mitarbeitern des österreichischen Konzerns arbeiten dort. GameStop Deutschland GmbH, der deutsche Ableger der Einzelhandelskette fĂŒr Computer- und Videospiele, betrieb unter den Marken EB Games und GameStop ĂŒber 200 Filialen in Deutschland, ehe er in wirtschaftliche Turbulenzen geriet und 2023 nach Tannheim (WĂŒrttemberg), nur wenige Kilometer von Memmingen entfernt, ĂŒbersiedelte. Das GebĂ€ude wird heute von der Greinwald GmbH benutzt, die zur Gefrogroup gehört.cite-ref-121[121]
Verkehr
StraĂenverkehr
â
Hauptartikel
:
Autobahnkreuz Memmingen
Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Autobahnen A 7 UlmâFĂŒssenâĂsterreich und A 96 MĂŒnchenâLindauâĂsterreich (sĂŒdlichstes Autobahnkreuz Deutschlands) sowie an den BundesstraĂen AugsburgâMemmingen (B 300) sowie MemmingenâReutlingen (B 312). Die Stadt besitzt drei Umfahrungsmöglichkeiten (Altstadtring, Mittlerer Ring, Autobahn). Zu den wichtigsten StraĂen zĂ€hlen die Dr.-Karl-Lenz-StraĂe, die Buxheimer StraĂe, die DonaustraĂe und die AllgĂ€uer StraĂe. Durch die relativ hohen Einpendlungen ist gerade der Mittlere Ring vom Verkehr belastet. Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber eine etwa einen Kilometer lange FuĂgĂ€ngerzone in der Altstadt, vier stĂ€dtische ParkhĂ€user und eine Tiefgarage in der Innenstadt. Weitere ParkhĂ€user sind beim Klinikum und der âNeuen Schranneâ. Die Einzelhandelsfirma Karstadt verfĂŒgt ebenfalls ĂŒber ein Parkhaus. In der Innenstadt gilt eine einheitliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Teilweise sind StraĂen auch verkehrsberuhigt. Der Marktplatz ist als FuĂgĂ€ngerbereich ausgewiesen. Innerhalb der Stadt sind die meisten StraĂen mit Fahrradwegen oder Fahrradspuren ausgestattet. Seit dem Jahr 2020 weisen vier neue touristische Schilder an den Autobahnen A 7 und A 96 auf den neuen Namenszusatz âMemmingen â Stadt der Freiheitsrechteâ hin.cite-ref-122[122]
Siehe auch
:
Liste der StraĂennamen von Memmingen
| | Handewitt â FĂŒssen |
|---|---|
| | MĂŒnchen â Lindau |
| | Augsburg â Memmingen |
| | Stuttgart â Memmingen |
| St 2009 | Memmingen â Kempten |
| St 2013 | Memmingen â Mindelheim |
| St 2031 | Neu-Ulm â Memmingen |
Busverkehr
â
Hauptartikel
:
Zentraler Omnibusbahnhof Memmingen
Der öffentliche Personennahverkehr wird durch sieben innerstĂ€dtische Buslinien bedient, die von Montag bis Freitag zwischen 6 und 20 Uhr verkehren. An Sonn- und Feiertagen verkehrt zwischen 12 und 19 Uhr eine innerstĂ€dtische Buslinie. Die Ă€uĂeren Stadtteile sind relativ schlecht an die Kernstadt angebunden.cite-ref-123[123] Der ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) wurde am 9. Dezember 1981 eingeweiht und ist das Hauptdrehkreuz fĂŒr den Busverkehr im Stadtgebiet Memmingen, dem Landkreis UnterallgĂ€u sowie dem angrenzenden Baden-WĂŒrttemberg.cite-ref-124[124] Von Montag bis Samstag verkehrt halbstĂŒndlich eine Buslinie zum Flughafen. AuĂerdem unterhĂ€lt die Deutsche Bahn die Buslinien Lindau-Leutkirch-Tannheim-Memmingen-Buchloe-Augsburg/MĂŒnchen sowie Ulm-Memmingen-Kempten. Die Stadt ist mit 24 Buslinien in die umliegenden Gemeinden und Marktgemeinden sowie in die KreisstĂ€dte Mindelheim und Bad Wörishofen angebunden.
Schienenverkehr
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Hauptartikel
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Bahnhof Memmingen
Im Bahnhof Memmingen kreuzen sich die Bahnstrecken BuchloeâMemmingen, LeutkirchâMemmingen und Bahnstrecke Neu-UlmâKempten. Der Regionalverkehr ist in den AllgĂ€u-Schwaben-Takt eingebunden. Im Fernverkehr wird Memmingen von der EuroCity-Express-Linie 88 MĂŒnchenâLindauâZĂŒrich bedient. Die Verbindung von MĂŒnchen ĂŒber Memmingen nach Lindau ist seit Dezember 2020 elektrifiziert. Seitdem werden auf der Linie MĂŒnchenâZĂŒrich elektrische TriebzĂŒge der SBB-Baureihe RABe 503 eingesetzt.cite-ref-125[125] Die 1904 eröffnete Stichbahn nach Legau, auch Legauer Rutsch genannt, wurde 1972 stillgelegt. Die Trasse ist ĂŒberwiegend als Radweg ausgebaut. Der Bahnhof ist barrierefrei gestaltet.
Planungen der Regio-S-Bahn Donau-Iller sehen die Errichtung von zwei neuen Haltepunkten in der Stadt vor: zum einen Memmingen-Amendingen im Norden der Stadt und zum anderen Memmingen-Klinikum/BBZ im Westen der Stadt in der NĂ€he des Klinikums und des Berufsbildungszentrums-West mit ca. 5500 SchĂŒlern.cite-ref-126[126]
Luftverkehr
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Hauptartikel
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Flughafen Memmingen
Vom Flughafen Memmingen in Memmingerberg verkehren Passagiermaschinen, Privatjets und Sportflugzeuge. Obwohl es am 6. MĂ€rz 2004 in Memmingen eine Demonstration mit ĂŒber 4000 Teilnehmern gab,cite-ref-127[127] wurde fĂŒr den ehemaligen NATO-MilitĂ€rflugplatz (Fliegerhorst Memmingen, Jagdbombergeschwader 34) am 9. Juli 2004 vom Luftamt SĂŒdbayern die luftrechtliche Ănderungsgenehmigung fĂŒr einen zivilen Regionalflughafen erteilt.cite-ref-128[128] Seit Juni 2007 bestehen Linien- und Charter-Verbindungen zu nationalen und internationalen Zielen.
FĂŒr das 2025 verzeichnete der Flughafen mit 3.698.900 FluggĂ€sten einen neuen Höchstwert bei den Passagierzahlen und ein Plus von 14 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr.cite-ref-129[129]
Medien
Von und in der Stadt berichten die Memminger Zeitung (tĂ€glich erscheinend) und der Memminger Kurier, eine samstags erscheinende, kostenlose Wochenzeitung mit redaktionellem Teil. Ebenfalls kostenlos ist die mz extra, die von der Memminger Zeitung wöchentlich publiziert wird. Monatlich erscheint das public-in, das vor allem jĂŒngeres Publikum ansprechen soll. Zudem gibt es seit Mai 2008 DIE LOKALEcite-ref-130[130], eine Monatszeitung im Tableauformat mit groĂem Redaktionsteil; auch sie kommt kostenlos in alle Haushalte. Der lokale Radiosender Hitradio RT1 SĂŒdschwaben berichtet aus seinem Sendestudio in der DonaustraĂe ĂŒber aktuelle und lokale Themen. Gesendet wird ein unterhaltungsorientiertes 24-Stunden-Programm mit halbstĂŒndlichen Lokalnachrichten. Ebenso berichten die Medien aus dem GroĂraum Ulm gelegentlich ĂŒber Ereignisse von Memmingen, so der Privatsender Radio 7 und die Ulmer SĂŒdwest Presse. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Memmingen sehr nahe an Baden-WĂŒrttemberg liegt.
Ăffentliche Einrichtungen
Das Amtsgericht Memmingen ist fĂŒr die kreisfreie Stadt Memmingen sowie den Landkreis UnterallgĂ€u, das Landgericht Memmingen fĂŒr den bayerischen Teil der Region Donau-Iller (die Landkreise UnterallgĂ€u, Neu-Ulm und GĂŒnzburg) zustĂ€ndig. In der Stadt finden Amts- und Gerichtstage des Arbeitsgerichts Kempten statt. Memmingen ist Sitz der Justizvollzugsanstalt Memmingen.
Memmingen hat ein Finanzamt mit einer AuĂenstelle in Mindelheim, eine Agentur fĂŒr Arbeit, ein Zollamt, eine Polizeiinspektion, eine Autobahnpolizeiinspektion sowie eine Kriminalpolizeiinspektion. Der Kriminaldauerdienst (KDD) SĂŒdschwaben hat ebenfalls seinen Sitz in Memmingen.cite-ref-131[131] Im November 2011 wurde bekanntgegeben, dass der Behördenstandort Memmingen geschwĂ€cht werde. Die Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Bezirk Memmingen, wird mit dem Bezirk in Kempten zusammengelegt. Der Hauptsitz der zukĂŒnftigen Agentur fĂŒr Arbeit Kempten-Memmingen soll in Kempten entstehen.
In Memmingen befindet sich eine AuĂenstelle des Landratsamtes UnterallgĂ€u, das seinen Sitz in Mindelheim hat.cite-ref-132[132] Auch befindet sich in Memmingen das von der Deutschen Bundespost gebaute ehemalige Fernmeldeamt Memmingen 2, das im Zuge der Privatisierung in den Besitz der Deutschen Telekom ĂŒberging. Der 75 Meter hohe Fernmeldeturm sollte in den Anfangsjahren das Privatfernsehen ĂŒbertragen, heute dient er dem Kabelnetz als Kabelempfangsstelle und Mobilfunk-Basisstation.
Bibliotheken
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Hauptartikel
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Wissenschaftliche Stadtbibliothek Memmingen
Die Stadtbibliothek mit einer Nebenstelle in der Theodor-Heuss-Schule besitzt ĂŒber 75.000 Medien. Die Stadt unterhĂ€lt zusĂ€tzlich die Wissenschaftliche Stadtbibliothek Memmingen, die vor allem alte Handschriften und Forschungsliteratur zum Raum Memmingen enthĂ€lt. Die katholische Kirche hat im Maximilian-Kolbe-Haus am Ulmer Tor eine kleine Bibliothek, Mediothek genannt, eingerichtet, die sich vor allem den nichtschriftlichen Medien widmet.
Feuerwehr
Seit Jahrhunderten besteht in Memmingen die Freiwillige Feuerwehr. Bereits im Mittelalter wurde in verschiedenen Ratsprotokollen berichtet, dass alle BĂŒrger mithalfen, kleinere BrĂ€nde zu löschen. Von groĂflĂ€chigen BrĂ€nden wurde Memmingen bisher verschont. 1822 wurde die erste Freiwillige Feuerwehr in Memmingen gegrĂŒndet. 1945 wurde sie in das Vereinsregister eingetragen. Seit der GrĂŒndung 1822 musste die Feuerwehr zweimal in andere RĂ€ume umziehen, bis sie 1984 ihre neu gebaute Feuerwache Am Rennweg beziehen konnte.cite-ref-133[133] Am Hauptstandort sind derzeit rund 120 Feuerwehrleute in 6 LöschzĂŒgen im Einsatz.cite-ref-134[134] Neben der Hauptfeuerwache am Rennweg sind in den Stadtteilen Amendingen, Buxach, Dickenreishausen, Eisenburg, Steinheim und Volkratshofen weitere Feuerwehren mit insgesamt 255 Mitgliedern untergebracht.cite-ref-135[135] Die Stadt Memmingen beschĂ€ftigt 16 hauptamtliche Mitarbeitende bei der Feuerwehr, die sich hauptsĂ€chlich um die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und deren RĂ€umlichkeiten kĂŒmmern. Unter anderem fahren diese aufgrund des hohen Einsatzaufkommens im Stadtgebiet auch tagsĂŒber die anfallenden EinsĂ€tze und Brandwachen. Wird mehr Personal gebraucht, werden ehrenamtliche KrĂ€fte hinzugezogen.cite-ref-136[136] Bis zur Auflösung des Fliegerhorstes Memmingerberg wurde bei GroĂbrĂ€nden in Industrieanlagen meist auch die dortige Berufsfeuerwehr mit ihren Löschkanonen alarmiert. AuĂerdem wird am Flughafen Memmingen eine Betriebsfeuerwehr vorgehalten.cite-ref-137[137]
Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen
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Hauptartikel
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Klinikum Memmingen
In der Stadt existiert das zweitgröĂte Klinikum im Regierungsbezirk Schwaben.cite-ref-138[138] Die Ărztedichte ist mit 233 Ărzten je 100.000 Einwohner ĂŒberdurchschnittlich hoch. Memmingen belegt damit deutschlandweit den 44. Platz (Durchschnitt in Bayern 171, in Deutschland 160). Es gibt neun groĂe Altenheime und ebenso viele Einrichtungen des betreuten Wohnens.cite-ref-139[139] Weitere Alten- und Pflegeheime befinden sich im nahen Buxheim und Fellheim. FĂŒr die Kinderbetreuung gibt es im Stadtgebiet 28 KindergĂ€rten sowie eine stĂ€dtische Kinderkrippe.cite-ref-140[140]
Bildung
Allgemeinbildende Schulen
In Memmingen befinden sich sieben Grundschulen (Edith-Stein-Schule, Elsbethenschule, Grundschule Memmingen-Amendingen, Grundschule Memmingen-Dickenreishausen, Grundschule Memmingen-Steinheim, Theodor-Heuss-Schule und die private St. Aloysius Grundschule der Piusbruderschaft),cite-ref-141[141] drei Mittelschulen (Bismarckschule, Mittelschule Memmingen-Amendingen, Lindenschule)cite-ref-142[142], zwei Realschulen (stĂ€dtische Sebastian-Lotzer-Realschule und staatliche Realschule), eine staatliche Wirtschaftsschule, zwei Gymnasien (Bernhard-Strigel-Gymnasium und Vöhlin-Gymnasium), eine Berufsoberschule, eine Fachoberschule und zwei Förderzentren (Reichshainschule, Notkerschule).cite-ref-143[143] Auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Schlachthofes wurde bis 2010 ein neues Realschulzentrum fĂŒr die staatliche und spĂ€ter auch fĂŒr die stĂ€dtische Realschule gebaut. Eine Musikschule ist ebenfalls vorhanden. Ein umfangreiches Bildungsangebot mit rund 600 Veranstaltungen je Semester bietet die Volkshochschule, die auch ein Cambridge-PrĂŒfungszentrum unterhĂ€lt.
Berufsbildende Schulen
In Memmingen befinden sich eine Fach- und eine Berufsoberschule sowie mehrere berufsbildende Schulen (z. B. die Berufsfachschule fĂŒr Krankenpflege und Kinderkrankenpflege der Stadt Memmingen, die Fachschule fĂŒr Wirtschaftsinformatik, die Landwirtschaftsschule Memmingen). Im Berufsschulzentrum sind die Johann-Bierwirth-Schule, das staatlich kaufmĂ€nnische Berufsbildungszentrum Jakob KĂŒner, die staatliche Berufsschule Mindelheim â AuĂenstelle Memmingen und das berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) untergebracht. Die Handwerkskammer fĂŒr Schwaben betreibt in Memmingen ein Berufsbildungs- und Technologie-Zentrum.cite-ref-144[144] Am Altstadtring befindet sich die Deutsche Angestellten-Akademie. Im Januar 2009 erhielt die Stadt den Zuschlag fĂŒr eine staatliche Technikerschule, die zum Schuljahresbeginn 2009/2010 im Berufsbildungszentrum Johann-Bierwirth den Lehrbetrieb aufgenommen hat.cite-ref-145[145] Das Berufsbildungszentrum der Industrie- und Handelskammer Schwaben ist an der DonaustraĂe untergebracht.
Business School Memmingen
Mit der Business School ist es Memmingen gelungen, ein Institut der privaten Steinbeis-Hochschule Berlin anzusiedeln. Es werden zwei StudiengÀnge angeboten: Bachelor of Business Administration und Bachelor of Engineering.cite-ref-146[146] Erstmals am 19. MÀrz 2010 wurde 13 Studierenden der Bachelor of Arts in der ehemaligen Kreuzherrenklosterkirche verliehen.cite-ref-147[147]
Da eine staatliche Hochschule oder Fachhochschule fehlt, hat sich Memmingen als Fachhochschulstandort beworben.cite-ref-148[148]
Donau-UniversitÀt Krems-Memmingen
Memmingen ist Lehrstandort der Donau-UniversitĂ€t Krems, einer UniversitĂ€t fĂŒr berufsbegleitende Weiterbildung. Diese bietet seit dem Wintersemester 2012/13 mehrere StudiengĂ€nge als UniversitĂ€tslehrgĂ€nge an.cite-ref-149[149]
Sonstiges
Das Institut fĂŒr angewandte Forschung Memmingen e. V. (IAFM; vormals ZAM) ist in der âNeuen Weltâ untergebracht. Der Verein arbeitet eng mit Hochschulen der Umgebung und mit der heimischen Wirtschaft zusammen. Es werden zum Beispiel Strahlenmessungen von Mobiltelefonen durchgefĂŒhrt.cite-ref-150[150] Als ergĂ€nzende Bildungseinrichtung fĂŒr 8- bis 15-JĂ€hrige hat im Januar 2010 die Kinderuni fĂŒr Nachhaltigkeit (Kunina) ihre Pforten eröffnet. Am Wochenende werden Kurse fĂŒr SchĂŒler aller Schultypen angeboten.cite-ref-151[151]cite-ref-152[152]
Persönlichkeiten
EhrenbĂŒrger
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Hauptartikel
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Liste der EhrenbĂŒrger von Memmingen
Als EhrenbĂŒrger ernannte die Stadt neben den in Religion, Wirtschaft und Politik aus der Stadt hervorgegangenen Personen auch ĂŒberregionale Personen, die in vielen deutschen StĂ€dten EhrenbĂŒrgerschaften innehatten. Die letzten Verleihungen fanden am 28. April 2014 an Josef Miller und am 17. Oktober 2016 an Ivo Holzinger statt.
Söhne und Töchter der Stadt
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Hauptartikel
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In Memmingen geborene Persönlichkeiten
Die bedeutendsten BĂŒrger waren die Mitglieder der KĂŒnstlerfamilie Strigel, von denen der Haus- und Hofmaler Maximilians I., BartholomĂ€us V. Welser, Augsburger Patrizier und GroĂkaufmann, Bernhard Strigel, hervorzuheben ist. Aus jĂŒngerer Zeit sind Josef Madlener und Max Unold als bedeutende KĂŒnstler der Stadt zu nennen. Als einziger Komponist von ĂŒberregionaler Bedeutung wurde Christoph Rheineck in der Stadt geboren. Der Violinist, Dirigent und Hochschullehrer Franzjosef Maier gilt international als einer der Wegbereiter historischer AuffĂŒhrungspraxis. Der Tagesschausprecher Claus-Erich Boetzkes kommt ebenfalls aus Memmingen. Im Sport ist der Langbahn-Weltmeister Robert Barth ein erfolgreicher Memminger. Die FuĂball-Nationalspieler Franz âBulleâ Roth, Holger Badstuber, und Mario Götze, der sogar Weltmeister wurde, sind ebenfalls in Memmingen geboren und teilweise dort aufgewachsen.
Die Stadt brachte aber auch in wirtschaftlicher Sicht bedeutende Persönlichkeiten hervor. So grĂŒndete die Familie Vöhlin zusammen mit den Welsern aus Augsburg die kurzzeitig gröĂte Handelsgesellschaft Deutschlands, die GroĂe Deutsche Kompagnie. In der Neuzeit sind vor allem Robert Friedrich Metzeler, dessen Firma noch besteht, und Hubert Liebherr, ein Sohn des GrĂŒnders der Liebherr-Gruppe, bedeutend.
Der ehemalige Landtagsabgeordnete der SPD, Herbert MĂŒller, ist in Memmingen geboren, ebenso Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und seit dem 11. November 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
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Hauptartikel
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Bekannte Einwohner von Memmingen
Der StadtgrĂŒnder Welf VI., auch der Milde genannt, machte Memmingen zu seiner Residenz und starb dort. Der Buchdrucker Albrecht Kunne lebte im Mittelalter in der Stadt. Der Konstanzer Reformator Ambrosius Blarer wirkte und Christoph Schappeler lebte hier zur Zeit der Reformation. Der Altphilologe und Historiker Martin Crusius war von 1554 bis 1559 Rektor der Lateinschule in Memmingen, bevor er Professor fĂŒr Griechisch und Latein in TĂŒbingen wurde.cite-ref-153[153] Wallenstein verbrachte in den Wirren des DreiĂigjĂ€hrigen Krieges (1618â1648) einige Monate in Memmingen und erfuhr dort von seiner Absetzung als Kommandant der Kaiserlichen. Der Bauingenieur und Kartograf Georg Ludwig StĂ€benhaber war von 1675 bis 1708 Stadtkommandant. Der ehemalige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller lebt in der Stadt und ist Mitglied des Stadtrates. Der GrĂŒnenpolitiker Fritz Kuhn besuchte das Strigelgymnasium und Claudia Roth absolvierte eine Lehre am Landestheater Schwaben. Die SchlagersĂ€ngerin Lena Valaitis und die Journalistin Simone Standlcite-ref-154[154] verbrachten ihre Kindheit in Memmingen.
Siehe auch
Literatur
⹠Joachim Jahn und andere: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Band 1: Von den AnfÀngen bis zum Ende der Reichsstadt. Theiss, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1315-1.
⹠Paul Hoser: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Band 2: Vom Neubeginn im Königreich Bayern bis 1945. Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1316-X.
âą Uli und Walter Braun: Eine Stunde Zeit fĂŒr Memmingen â vom Umland ganz zu schweigen. Maximilian Dietrich, Memmingen, ISBN 3-934509-30-4 (Erstausgabe: 1959, div. Auflagen).
âą Curt Visel, Uli Wiesel, Rudolf Lohberg: Memmingen. Maximilian Dietrich, Memmingen 2000, ISBN 3-87164-133-2.
âą Sabine Rogg, Christoph Engelhard: Memmingen â SchlĂŒssel zur Stadt. Maximilian Dietrich, Memmingen 2007, ISBN 978-3-87164-166-4.
âą Anton Zanker (Hrsg.): Der Schwedenkrieg. In Memmingen und Umgebung. Unold, Feyerabend, Schorer u. a. 1618â1648. FrĂŒhe Texte neu gelesen. BoD, Norderstedt 2019, ISBN 978-3-7322-8137-4 (âGesammelte Texte verschiedener Autoren, aus dem 20., 19., und 17. Jhd. zum DreissigjĂ€hrigen Krieg in Memmingen und deren Umgebung. Edierte Fassung mit WorterlĂ€uterungen, um die Lesbarkeit der Texte fĂŒr den Leser flĂŒssiger zu halten.â Angaben aus der Verlagsmeldung).
Radio
âą Lucian Neitzel: Die kleine Stadt will nicht schlafen gehân. Hörbild, gesendet vom Bayerischen Rundfunk am 23. November 1955, veröffentlicht in: Schönere Heimat Erbe und Gegenwart. Hrsg. vom Bayerischen Landesverein fĂŒr Heimatpflege, 45. Jg., 1956, ISSN 0177-4492, S. 136.
âą Karin Sommer: Die Rosenbaum-Krawalle in Memmingen im Jahr 1921. Eine Stadt am Rande der Lynchjustiz. (Radiosendung vom 6. Dezember 1992 im Bayerischen Rundfunk)
Fernsehen
âą Stationen: Geschichten rund um St. Martin in Memmingen, 2008, Bayerischer Rundfunk
âą Abendschau im bayerischen Fernsehen, 2007, LiveĂŒbertragung vom Christkindlesmarkt, Bayerischer Rundfunkcite-ref-155[155]
⹠Abgetrieben, Erstveröffentlichung 1992, ZDF, 90 Minuten (zum Memminger Prozess)cite-ref-156[156]
⹠VollbeschÀftigung: Das Beispiel Memmingen, 29. Mai 2008, ARD/Tagesthemen
Weblinks
âą Stadt Memmingen
âą Memmingen BaudenkmĂ€ler (PDF; 395 kB) beim Bayerischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege
âą Memmingen: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Statistik
âą 360-Grad-Panorama âĂber den DĂ€chern von Memmingenâ
âą Memmingen. In: jĂŒdische-gemeinden.de. Abgerufen am 8. Februar 2022
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen â Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern â Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-22. â Memminger Forum fĂŒr schwĂ€bische Regionalgeschichte 9. bis 11. November 2007 im Rathaus Memmingen.
cite-note-33. â Lt. Amt fĂŒr technischen Umweltschutz MM, Bauamt MM, Umweltamt MM.
cite-note-44. â Zahlen und Fakten zu Memmingen | GröĂe des Stadtgebietes. Stadt Memmingen, abgerufen am 1. August 2022.
cite-note-55. â Stadt Memmingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. Mai 2016.
cite-note-66. â Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt fĂŒr Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. Februar 2022, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 2. Februar 2021; abgerufen am 2. Juli 2022.
cite-note-77. â Michael Dapper: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Von den AnfĂ€ngen bis zum Ende der Reichsstadt. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1315-1, S. 21 ff.
cite-note-88. â Jochen Garbsch, Peter Kos: Das spĂ€trömische Kastell Vemania bei Isny. Zwei Schatzfunde des frĂŒhen vierten Jahrhunderts (= MĂŒnchner BeitrĂ€ge zur Vor- und FrĂŒhgeschichte. Band 44). Beck, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-406-33303-6, S. 109.
cite-note-99. â StĂ€dtisches Memmingen, Stadtarchiv Memmingen.
cite-note-1010. â Peter Blickle: Die Revolution von 1525. 4., durchgesehene und bibliografisch erweiterte Auflage. Oldenbourg, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-486-44264-3, S. 24.
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cite-note-1212. â Peter Blickle: Von der Leibeigenschaft zu den Menschenrechten. Eine Geschichte der Freiheit in Deutschland. C. H. Beck, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-406-50768-9, S. 91. Memmingen und das Erbe des Jahres 1525. In: memmingen.de. Abgerufen am 22. MĂ€rz 2011.
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cite-note-1616. â Peter Blickle: Memmingen â Ein Zentrum der Reformation. In: Joachim Jahn, Peter Blickle u. a.: Die Geschichte der Stadt Memmingen von den AnfĂ€ngen bis zum Ende der Reichsstadtzeit (= Die Geschichte der Stadt Memmingen. Band 1). Hrsg. im Auftrag der Stadt Memmingen von Hans-Wolfgang Bayer in Verbindung mit Uli Braun. Theiss, Stuttgart [1997], ISBN 3-8062-1315-1, Kap.: Die verfassungsgebende Bauernversammlung in Memmingen, S. 393â400, hier S. 393.
cite-note-1717. â Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. Hrsg. im Gedenkjahr der Augsburgischen Konfession 1930 (BSLK) (= Göttinger Theologische LehrbĂŒcher). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1930; 9. Aufl. Ebenda 1982, ISBN 3-525-52101-4, S. 765, Z. 29â31; vgl. S. 17, Z. 13 f. (dt., lat.; ĂŒberwiegend in Fraktur); 13. Aufl., kart. Studienausg. der 12. Aufl. Ebenda 2010, ISBN 978-3-525-52101-4.
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cite-note-2727. â Ausbau der Bahnstrecke MĂŒnchen â Memmingen â Lindau besiegelt Investitionsvolumen von 210 Millionen Euro âą Mehr KapazitĂ€t und erhebliche FahrtzeitverkĂŒrzung zwischen MĂŒnchen und ZĂŒrich. (PDF; 28 kB) Offizielle Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG zum Finanzierungsvertrag der Bahnstrecke GeltendorfâMemmingenâLindau. In: memmingen.de. 17. April 2009, abgerufen am 9. August 2019.
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cite-note-4040. â FĂŒrsprecher fĂŒr verfolgte Christen. Der Patriarch der Syrisch-Orthodoxen Kirche besucht Memmingen â Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. In: memmingen.de. Pressestelle, 20. November 2017, abgerufen am 2. Oktober 2020.
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Navigationsleiste Jakobsweg âVariante West zur
Bayerisch-SchwÀbischer Jakobusweg
â
â Vorhergehender Ort: Niederrieden | Memmingen | NĂ€chster Ort: Dickenreishausen â
OrtsĂŒbersicht
Hauptroute: St. Jakob | Oettingen in Bayern | Megesheim | Polsingen | Maria BrĂŒnnlein | Wemding | Gosheim | Ronheim | Harburg | Marbach | Donauwörth | Mertingen | Druisheim | Kloster Holzen | Blankenburg | KĂŒhlenthal | Markt | Biberbach | Gablingen | Gersthofen | Augsburg | Göggingen
Ăstliche Route: Göggingen | StraĂberg | Reinhartshofen | Klimmach | Konradshofen | Siebnach | Ettringen | TĂŒrkheim | Bad Wörishofen | Dirlewang | Köngetried | Mussenhausen | Markt Rettenbach | Eheim | Ottobeuren | Niebers | Wolfertschwenden | Niederdorf | Thal | Bad Grönenbach
Westliche Route: Göggingen | Schloss Wellenburg | Kloster Oberschönenfeld | Weiherhof | Fischach | Wollmetshofen | Maria Vesperbild | Memmenhausen | Haselbach | Kirchheim in Schwaben | Loppenhausen | Kirchhaslach | Babenhausen | Winterrieden | Boos | Niederrieden | Memmingen | Dickenreishausen | Kronburg | Oberbinnwang | Rothenstein | Bad Grönenbach
Hauptroute: Bad Grönenbach | Altusried | Wiggensbach | Ermengerst | Buchenberg | Osterhofen | Rechtis | Weitnau | Wilhams | Aigis | Geratsried | Trabers | Mutten | Zell | Genhofen | Hopfen | Burkatshofen | Nagelshub | Simmerberg | Weiler im AllgÀu | Manzen | Lindenberg im AllgÀu | Allmannsried | Lötz | Kinberg | Niederstaufen | Sigmarszell | Schlachters | Streitelsfingen | Lindau (Bodensee) | Bad Schachen | Schwand | Reutenen | Wasserburg (Bodensee) | Nonnenhorn | St.-Jakobus-Kapelle